Startseite  |  ETG, ITG und CES  |  ETG  |  ETG-Innovationspreis  |  ETG-Innovationspreis 2011  |  Beschrieb Trostpreise
druckenSeite drucken

Neue Konzepte und Algorithmen für vollständig durchgängige Netzleitsysteme für regionale Verteilnetze
(Originaltitel: New Concepts and Algorithms for Fully Transparent Distribution Management Systems)

Dr. Monika Ruh

Da Netzmodelle in modernen Netzleitsystemen für Netzanalysefunktionen sehr wichtig sind, ist eine sogenannte Transparency Matrix eingeführt worden, die das Netzmodell in Matrixform repräsentiert. Das durch die Transparency Matrix repräsentierte Netzmodell ist jedoch für viele Netzanalysefunktionen, welche ein einfaches Knoten-Zweig-Netzmodell bevorzugen, zu detailliert. Deshalb ist ein Verdichtungsalgorithmus entwickelt worden, welcher eine effiziente Verknüpfung zwischen der Transparency Matrix und dem vereinfachten Netzmodell erstellt, indem er die Transparency Matrix in eine sogenannte Condensed Transparency Matrix verdichtet.

Komplett durchgängige Netzleitsysteme brauchen eine Prozedur, die die aktuelle Netztopologie ermittelt, hauptsächlich um zu prüfen, ob Ringe gegenwärtig existieren. Daher ist ein Topologie-Detektierungsalgorithmus entwickelt worden, der alle existierenden Ringe detektiert und alle Leitungen, welche innerhalb eines solchen Ringes liegen, erkennt. Zudem ist eine Lastflussberechnungsmethode entwickelt worden, die sowohl für radiale als auch für vermaschte Verteilnetze verwendet werden kann.

 

Ein neues Engpassmanagement-Konzept für den grenzüberschreitenden Stromhandel zwischen der Schweiz und ihren Nachbarländern
(Originaltitel: Analysis of Flow-based Market Coupling in Oligopolistic Power Markets

Dr. Martin Kurzidem

Im Vergleich zu dem derzeit dem grenzüberschreitenden Stromhandel zugrundeliegenden bilateralen NTC-Modell stellt das lastflussbasierte Modell im Hinblick auf das Ermittlungs- und Allokationsverfahren von kommerziell verfügbaren Handelskapazitäten eine Weiterentwicklung dar, wodurch grössere Wohlfahrteffekte erzielt werden können. Gemäss diesem Konzept erfolgt die Bestimmung der Handelskapazitäten als Bestandteil des Allokationsverfahrens, welches auf einer ökonomischen Optimierung aller regelzonenspezifisch abgegebenen Import- und Exportgebote basiert.  

Da die PTDF-basierte Allokation unter Berücksichtigung der vorliegenden Kapazitätsgebote erfolgt, ist eine kurzfristige Verlagerung von Kapazitäten zwischen den Grenzen in Abhängigkeit der Strompreisdifferenzen möglich. Folglich erfolgt im Gegensatz zum NTC-Modell eine bessere Kapazitätsnutzung in Richtung der Hochpreiszone. Des Weiteren ergibt sich bei lastflussbasierten koordinierten expliziten Auktionen die Möglichkeit des Saldierens von Kapazitätsgeboten in unterschiedliche Richtungen. Diese werden mittels PTDFs in ihre verursachenden physikalischen Lastflüsse auf dem Flowgate überführt und eröffnen bei entgegengesetzt hervorgerufenen Lastflüssen zusätzliche Austauschmöglichkeiten. 

Um beide Engpassmanagement-Methoden nicht nur qualitativ sondern auch quantitativ untereinander vergleichen zu können, sind Modelle (Softwareprogramme) für einen Strommarkt sowie für einen Markt für grenzüberschreitende Kapazitäten entwickelt worden. Dabei wird die vielerorts bestehende oligopolistische Struktur der nationalen Stromerzeugungsmärkte berücksichtigt, deren häufige Folge nicht wettbewerbsbasierte Strompreisniveaus sind. Anhand dieses Modellierungsansatzes ist ein Vergleich der beiden Engpassmanagement-Methoden basierend auf realistischen Strompreisniveaus möglich.




Webdesign & CMS by INM AG