Die Innovationspreise 2010 von Electrosuisse konnten anlässlich der Soirée électrique am 3. November 2010 in Zürich verliehen werden. Ein spannender Abend, eingeleitet mit Charme und viel begeisterndem Wissen von Arno Mathoy. Er sprach zum Thema Elektroauto und warum kein Weg daran vorbei geht.
Reto Nauli, ETG-Präsident, durfte an diesem Abend eine hervorragende Arbeit mit dem Preis 2010 auszeichnen:
Dr. Lukas Graber
ist Gewinner des ETG-Innovationspreises 2010
mit seiner an der ETH Zürich erstellten Doktorarbeit
"Modellbasierte Bestimmung der SF6-Verlustrate in Gasisolierten Schaltanlagen".
Die IEC schreibt für Hochspannungsgeräte eine maximal zulässige SF6-Leckrate von 0.5% pro Jahr vor. Bisher war es aber kaum möglich, solch kleine Leckraten zu messen. Das Forschungsprojekt von Lukas Graber hat sich damit beschäftigt und schlägt zwei Ansätze vor, wie solche Leckraten bestimmt und damit die Treibhausgasemissionen reduziert werden können.
Bisher wurde für eine verbesserte Leckerkennung auf verschiedene statistische Methoden zur Filterung der Dichtemessung gesetzt. Damit sind zweifellos Verbesserungen erreicht worden. Trotzdem wurde die Genauigkeit von 0.5% kaum erreicht. Dies hängt schon damit zusammen, dass oft Dichtesensoren zum Einsatz kommen und diese selten genügend präzise und gleichzeitig robust und langlebig sind. Die Druckmessung wurde bisher als im Vergleich zur Dichtemessung schlechtere Alternative betrachtet, da die maximalen Fluktuationen aus physikalischen Gründen ungefähr dreimal so gross sind. Allerdings ist die Auswahl an hochpräzisen, robusten Drucksensoren gross und die physikalischen Zusammenhänge, die zu Druckfluktuationen führen, sind wesentlich einfacher zu modellieren. Gerade in Kombination mit einem guten Modell ist so eine wesentlich genauere Leckratenbestimmung möglich. Dies ermöglicht es, die Emissionen zu reduzieren.