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ITG vor Ort bei der SBB

Durchmesserlinie Zürich21939
Dienstag, 7. September 2010
Dienstag, 5. April 2011
Baustelle im Untergrund des HB Zürich




Die Wahrnehmung von Bautätigkeiten als Passant im HB oder als Bahnbenutzer ist an sich gering und ermöglicht kein realistisches Bild, weder vom gesamten Umfang des Projektes, noch von den laufenden Bautätigkeiten im Untergrund. Deshalb traf sich die ITG vor Ort bei der SBB, um mehr über den Bau der Durchmesserlinie, die weitaus grösste und mit über 2 Mia CHF auch die teuerste Baustelle der SBB zu erfahren.

22010Begonnen wurde mit einer einstündigen Präsentation des Projektes auf der Leinwand, mit Lösungsvarianten und den gewählten Strategien. Weiter wurden einzelne Bauschritte aufgezeigt.

Diese geballte Information bot einen Grundrahmen und es zeigte sich, dass jeder Teilnehmer sich einen eigenen Kontext knüpfte, der von seinen beruflichen und allgemeinen Interessenlagen abhängig ist. So bringt jede Frage der Teilnehmer wieder neue noch nicht wahrgenommene Aspekte am Bauwerk ins Spiel. Immer wieder verweist der Referent auf die bergmännische Vorgehensweise. Ingenieure und Operateure stellen ihre Fähigkeiten unter Beweis. Was die Beschaffenheit des Untergrundes angeht, kennt man nur die gesicherte punktuelle Information, das kann zu Überraschungen während den Aushub- und Vortriebsarbeiten führen.

22014Das Projekt ist in vier Teile gegliedert. Als Zentrum steht der viergleisige Bahnhof Löwenstrasse unter den Gleisen des HB und unter der Sihlquerung sowie dem vor 25 Jahren erstellten Y-Fragment.  Dann der zweigleisige Tunnel Richtung Oerlikon. Die Zu- und Ausfahrten von Altstetten und von Oerlikon sind die weiteren Lose. Es wird anschaulich demonstriert wie über mehrere Schritte Schottwände und Stützen entstehen und teilweise beim weiteren Baufortschritt wieder abgebrochen werden.

Für den Rundgang wird Warnweste und Helm gefasst, dann gehen diie drei Dutzend Besucher in zwei Gruppen auf die Baustelle im Untergrund.

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Der Material-Abtrag im Untergrund birgt Risiken für Gebäude und Verkehrswege. Darum werden mit über 50 Thodolyten über 1000 Punke an repräsentativen Orten alle 30 Min. vermessen und bei Abweichungen aus dem Toleranzband Alarm ausgelöst. Auf der Baustelle im Untergrund muss man sich von den im Hochbau gut sichtbaren Dimensionen verabschieden. Da reagiert die Dimension Meter, nicht die der Zentimeter.

Die Thematik der Reduzierung des Querschnittes der Sihl durch die Bauarbeiten hat zu vielen Gedankengängen bei den Teilnehmern geführt. Der Sihlsee und seine Staumauer werden von vielen als ein Risiko wahrgenommen und diskutiert. Es bestand auch die Möglichkeit, das Umfeld des vor ca. einem Jahr aufgetretenen kritischen Schadenfalles zu sehen und sich Gedanken zur Bergung der Bohrmaschine zu machen.

Es war eine gelungene Veranstaltung, die einen guten Einblick in diese grosse Baustelle mit ihren Aufgaben gegeben hat.

Arthur Windisch, Mitglied ITG-Vorstand

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