mie UnterhachingÜber dreissig Personen reisten mit dem Bus an diesem heissen Sommertag nach Unterhaching, südlich von München.
Der Entscheid der Gemeinde Unterhaching (23.000 Einwohner), das Projekt eines Geothermiekraftwerks voranzutreiben, fiel im 2001. Was daraus entstanden ist zeigt, dass Bürger Berge versetzen können: Seit 2009 ist das Werk in Betrieb und produziert modular Wärme und Strom. Wolfgang Geisinger, Geschäftsführer der Geothermie Unteraching GmbH & Co KG., führt aus: «In unserem Geothermiekraftwerk hat die Wärme Vorrang: So nutzten wir das Thermalwasser im letzten Winter rund zur Hälfte für die Kunden unseres Nahwärmenetzes und die andere Hälfte für die Stromproduktion. Im Sommer hingegen ist das Verhältnis derzeit 85% Strom zu 15% Wärme.» Das Warmwasser für die angeschlossenen Häuser und Industrie wird ausschliesslich geothermisch aufbereitet.
«Wir holen Thermalwasser aus einer Tiefe von 3400 Metern und produzieren damit für unsere Einwohnerinnen und Einwohner Strom und Wärme. Wir liefern derzeit jährlich ca. 13.000 Megawattstunden Strom und ca. 70.000 Megawattstunden Wärme, was rund 35 Prozent des aktuellen Wärmebedarfs der Gemeinde entspricht. Unser Ziel ist es aber, diese Leistung noch zu verdoppeln», erklärt Wolfgang Geisinger,
Das Geothermiekraftwerk ist das erste in Süddeutschland, das Wärme- und Stromnutzung vereint. Zudem ist es das größte in der EU, das mit dem Kalina-Verfahren Strom produziert.

Bilder und Text: Anita Niederhäusern, Peter Mathis