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Wissensmanagement in der Industrie




Olten_ArteInformationstagung der ITG von Electrosuisse

20. Januar 2009
Olten

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Wissensmanagement - wie wird Wissen zu einem Wertschöpfungsfaktor
Im Wissensmanagement geht es darum, implizites Wissen explizit zu machen, so dass es weitergegeben und geteilt werden kann.

Wissen lässt sich in vier Arten kategorisieren: Stilles Wissen ist implizites Wissen, das nur durch eigene Erfahrung gemacht werden kann. Bewusstes Wissen ist auch implizites Wissen, kann aber durch Erklärungen weitergegeben werden. Explizites Wissen ist dokumentiert, in Dokumenten und Datenbanken. Und letztlich gibt es noch das formale Wissen, beispielsweise Programmcode.

Unsere Gesellschaft wandelt sich: Sie entwickelt sich von der Industrie- zur Wissensgesellschaft, in der geistige und kognitive statt körperliche Arbeit gefragt sind. Begehrt sind also weniger die manuellen Fähigkeiten, sondern die Begabung, Wissen zu erwerben, vorhandenes Wissen effizient zu nutzen und mit anderen zu teilen. Die Verantwortung dazu liegt auch beim Unternehmen. Doch diese werden meist nach alten Managementprinzipien geführt, die aus der Industriegesellschaft stammen. Wie Beat Knechtli von PricewaterhouseCoopers zeigt, behindern Standardisierung, Spezialisierung, Hierarchie, Planung und Kontrolle sowie extrinsische Belohnungssysteme das Management von Wissen. Zudem ist es schwieriger, die neuen Wissensarbeiter zu führen. Denn sie arbeiten im ganzen Unternehmen, sind eher Generalisten, vernetzen sich mit Kollegen und Kunden, teilen gerne ihr Wissen und nutzen ein breites Spektrum von Tools. Und sie anerkennen Autorität nur dann, wenn sie auf Wissen statt auf Hierarchie basiert.

Zu regen Diskussionen führte auch das von Bernd Schopp von Namics vorgeführte Anwendungsbeispiel einer Java-Usergruppe, welche nicht wie üblich über Sitzung, Telefonkonferenzen und Mails ihre Erfahrungen austauschte, sondern Weblogs erfolgreich anwendete. Ob dieses schlanke Kommunikations-Werkzeug auch bei komplexen Themenkreisen eines Prozessleitsystems in der Industrie von Nutzen sein kann, werden erst die Anwendungen zeigen.

Die 150 Teilnehmer der Tagung haben weiter erfahren, dass, trotz jahrelanger Praxis im Bereich Wissensmanagement, die Firma Phonak, am Anlass vertreten durch Stefan Launer, keine Tools verwendet, sondern sehr pragmatisch vorgeht und die offene Kultur fördert, damit Wissen effizient unter den Mitarbeitern weitergegeben wird. (jvb)

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