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Druck Version: Seite: 86080 Datum & Zeit: 24.05.2012 16:09:12 Sprache: DE |
(1856–1943)
Tesla wurde am 10. Juli 1856 in Smiljan (ungarisches Grenzgebiet der Habsburger Monarchie, heute: Kroatien) geboren. Sein Vater war griechisch-orthodoxer Priester serbischer Nationalität. Seine Schulbildung begann Tesla in Smiljan, später im Komitatssitz Gospic (deutschsprachiges Realgymnasium). Von 1871 bis 1874 besuchte er das ebenfalls deutschsprachige Gymnasium in Rakovac, ab 1877 war er Student der TH Graz. Nach 2 Jahren musste er seine Studien wegen einer Krankheit unterbrechen. Einigen Quellen zufolge hörte er 1880 Vorlesungen an der Universität Prag (diesbezügliche Dokumente sind bis heute nicht gefunden worden). 1881 trat er als Ingenieur in den Dienst der im Bau befindlichen Budapester Telefonzentrale.
Ab 1882 war Tesla Mitarbeiter des Pariser Edison-Büros. Von 1883 bis 1884 arbeitete er an der Inbetriebnahme des Strassburger Gleichstrom-KW und wanderte danach in die USA aus. 1885 trat er aus dem Edison-Unternehmen aus und gründete ein eigenes Werk und Laboratorium («Tesla-Electric Co.»). 1891 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Seine Erfindungen brachten ihm ein beträchtliches Vermögen, das er für elektrotechnische Forschungen verwendete. Er lebte als einsamer Junggeselle in New York, wo er am 7. Januar 1943 starb.
Tesla war ein hervorragender, technisch begabter Erfinder. Seine bedeutendsten Erfindungen waren die Wechselstrom-Energieübertragung und der Asynchronmotor, dessen Grundprinzip er noch in Budapest erkannte, aber erst nach 1888 in den USA praktisch verwirklichte. 1895 wurde das 50-MW-Niagara-Wasser-KW nach dem Tesla-System erbaut.
Ab 1891 interessierte er sich für Hochfrequenz-Wechselstrom und Energieübertragung ohne Leitung. Zuerst entwickelte Tesla Synchrongeneratoren mit grosser Polzahl, später durch Funkenentladung erregte Hochfrequenz-Felder, in denen die Gasentladungsröhren ohne Leitung leuchteten. Tesla konstruierte den nach ihm benannten Tesla-Transformator ohne Eisenkern, mit hoher Übersetzung, der Funkenentladungen von mehreren Millionen Volt erzeugte. Durch Resonanzerscheinungs-Versuche von hochfrequenten Sende- und Empfängerstromkreisen wurde er auch einer der Pioniere der Radiotechnik. Bedeutend sind seine Erfindungen auf dem Gebiet der Hochspannungs- und Röntgentechnik.
1917 erhielt er die Edison-Medaille der AIEE und 1937 von der TH Graz die Ehrung Dr. techn. E.h. «in Anerkennung seiner überragenden Verdienste um die Entwicklung der Mehrphasenstrom-Maschinen und der Hochfrequenz-Technik». 1960 wurde die Einheit T der magnetischen Flussdichte international nach ihm benannt.
Quelle: Lexikon der Elektrotechniker, 2. Auflage, VDE-Verlag Berlin und Offenbach 2009.