
Download der Folien:
6.6 MB zip
Asset Management - wo Finanzen und Technik sich treffen
Mit der Liberalisierung des Strommarktes müssen die Energieversorger ihr Netz separat von der Energieerzeugung betreiben - und die Kosten separat ausweisen. Dies bedingt, dass sie ihre Kosten erst einmal erfassen. Dazu gehören die Leitungen, Schaltanlagen und Transformatoren, aber auch allfällige Verträge mit Dritten. Das Asset Management erfasst aber nicht nur die Kosten, sondern koordiniert auch den Unterhalt. Wobei hier die Firmen natürlich ein Optimum bezüglich Kosten und Versorgungssicherheit suchen. Dass dies nicht immer einfach ist, zeigte Arian Rohs von AEW an der Tagung: Denn wenn ein Energieversorger früh in seine Anlagen investiert, kriegt er zwar ein höheres Netzentgeld. Er kann aber auch die Investitionen auf später verschieben und erst einmal Kosten sparen. Letztere Variante sieht bezüglich Reingewinn besser aus, der Energieversorger geht aber auch Risiken ein: Die Anlagen veralten und fallen unter Umständen häufiger aus. Zudem könnte es sein, dass ihm das qualifizierte Personal fehlt, wenn er ein paar Jahre später die Anlagen erneuern will. Rohs empfiehlt, die Investitionen technisch zu begründen, nicht wirtschaftlich. Diese allerdings wenn möglich antizyklisch zu tätigen und mehr oder weniger gleichmässig über die Jahre zu verteilen.
Viele der kleineren Energieversorger in der Schweiz dürften noch gar kein explizites Asset Management eingeführt haben. Peter Imfeld von der CKW begann dies vor 9 Jahren und leitet heute das Asset Management von CKW. Dies sei gar nicht so einfach gewesen, denn die neue Funktion habe die Verantwortungsbereiche innerhalb der Firma geändert - hier sei Toleranz von allen Beteiligten gefordert gewesen. Auch ein externer Berater könne nützlich sein, wenn sich die internen Fronten verhärten würden. Und nicht zuletzt sei es wichtig, gemeinsame Ziele der Firma zu verfolgen, damit sich der Betrieb und der Unterhalt der Netze nicht gegenseitig konkurrenzieren, denn der Betrieb will die Kosten senken und der Unterhalt die Versorgungssicherheit maximieren. Wenn das Asset Management gut aufgestellt ist, koordiniert es hingegen genau diese beiden Bereiche, die Technik und die Finanzen. (gus)