Soirée électrique vom 22. Oktober 2008
mit Verleihung der Innovationspreise 2008 von Electrosuisse
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Claude Nicollier über seinen Weltraumspaziergang zum Weltraumteleskop Hubble
Für Claude Nicollier ist ein klares Ziel eines der Rezepte für den Erfolg. Wer die Bilder von Claude Nicollier sieht, wie er im All neben Hubble schwebt, fragt sich, ob er die Aussicht auf die Erde überhaupt geniessen konnte - neben der Arbeit am Weltraumteleskop. Am Soirée électrique meinte er, dass er nach der Arbeit immerhin 10 Minuten Zeit hatte, eigene Bilder zu schiessen mit seiner Kamera. Aber einfach sei die Arbeit im All nicht, denn man müsse sich jederzeit festhalten, wenn man beispielsweise eine Schraube anziehen wolle, sonst schwebe der Körper weg. Und den Schraubenzieher kann ein Astronaut im All ebenfalls nicht einfach hinlegen, sonst umkreist bald ein neuer Satellit die Erde. Im All fixierte Nicollier deshalb die Füsse auf einem Teleskoparm, und die Werkzeuge versorgte er in einer Art offenem Werkzeugkasten.
Als Nicollier 1999 zum zweiten Mal zum Teleskop Hubble flog, war es für ihn wie ein alter Freund, den er 6 Jahre nicht mehr gesehen hatte - obwohl er am Boden in einem Wassertank fast täglich an einer Kopie geübt hatte. Rückblickend staunt er, dass das Weltraumteleskop, das in den 80er-Jahren entwickelt wurde, immer noch mit der modernen Technik mithalten kann.
Dass sein Produkt in 20 Jahren noch in Betrieb ist, hofft auch Claude Fahrni, der am Soirée électrique den mit 10'000 Franken dotierten Innovationspreis der ETG gewann. Fahrni entwickelte eine Speisung für ein Protonensynchrotron, einem Teilchenbeschleuniger am CERN in Genf. Seine Speisung speichert Energie und kann so eine höhere Leistung abgeben, wenn diese wie bei einem Teilchenbeschleuniger nur pulsierend abgerufen wird.
Das Produkt der Gewinner des ITG-Preises wird in 20 Jahren wohl bereits in der x-ten Generation am Markt sein: Das Blutanalysegerät, womit die Forscher den Hämatokrit mit infrarotem Licht messen, ohne dem Patienten Blut abzunehmen, dürfte dann zumindest in der Neonatologie der Spitäler verbreitet sein - bei den frühgeborenen Babys. Und vielleicht wird es auch der eine oder andere Sportler schätzen, wenn er seinen Hämatokrit maximieren kann, ohne Blut zu geben.