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Frank Julian Sprague




(1857–1934)

Der Amerikaner Sprague war Erfinder, Ingenieur und Unternehmer. Er war vielseitig; auf den Gebieten der elektrischen Strassenbahnen, der Vielfachtraktion und in der Aufzugtechnik war er jedoch bahnbrechend. Darum nannten ihn die Amerikaner Vater der elektrischen Traktion.

Frank Julian Sprague wurde am 25. Juli 1857 in Milford (Connecticut) geboren. Da der Junge intelligent und an der Technik interessiert war, das Geld für eine Ausbildung aber fehlte, empfahl der Lehrer, ihn an die Militärschule zu schicken. 1874 kam er an die Marineschule in Annapolis. Weil Elektrizitätsanwendungen auf Schiffen vielversprechend schienen, nahm die Elektrizitätslehre einen breiten Raum ein, zur Freude Spragues, der so Gelegenheit bekam, sich in diesem ihn brennend interessierenden Fach auszubilden. Nach Abschluss der Schule hatte er einige Jahre auf See zu dienen.

1882 bot sich ihm bei einer Europafahrt Gelegenheit, die Elektrizitätsausstellung im Cristal-Palace zu London zu besuchen. Er nahm Urlaub, wurde in die Jury gewählt, verfasste einen Bericht über die Ausstellung, quittierte den Dienst und ging zu Edison nach New York. Bald machte er sich aber selbstständig.

1887 wurde in Richmond eine neue, 12 Meilen lange Tramlinie geplant. Der grossen Steigungen wegen kam Pferdebetrieb, der sonst in den USA weit verbreitet war, nicht infrage. Bevor er Pläne und Kostenberechnungen besass, verpflichtete sich Sprague, 40 elektrische Tramwagen und die Fahrleitungen zu liefern. Unbeschreibliche Schwierigkeiten tauchten auf; schlecht verlegte Geleise, Kollektorfeuer, Blitzeinschläge, untaugliche Stromabnehmerwägelchen usw. Sprague baute nicht wie seine nicht erfolgreichen Vorgänger einen Motor auf der Plattform ein, sondern deren zwei (für Serie-/Parallelschaltung) mit Tatzlagern unter dem Wagenboden. Er rüstete die Wagen mit 2 Führerständen aus und verwendete Kontroller. Ferner führte er die auf drehbarer Achse montierte Trolleystange ein, bei der der Fahrdraht von unten bestrichen wird. Nach anderthalb Jahren funktionierten alle 40 Wagen zufriedenstellend. Sprague aber hatte aus eigener Tasche 80000 $ drauflegen müssen. Die vielen Anfragen und Aufträge, die nun bei der Sprague Electric Railway and Motor Co. einliefen, zwangen zu einer Kapitalerhöhung. Das benützte die Edison El. Light Co. zur Erlangung der Mehrheit. Sprague trat zur Edison General Electric über, überwarf sich aber bald mit der Geschäftsleitung und trat wieder aus.

Darauf arbeitete er an Plänen für eine Untergrundbahn. 1891 gründete er die Sprague Electric Elevator Comp. Er baute als Erster schnell laufende Aufzüge für die immer höher werdenden Gebäude. 1927 erfand er eine Steuerung, mit der es möglich wurde, im selben Liftschacht eine Express- und eine Lokalkabine laufen zu lassen.

1891 hatte er der Second Avenue Elevated Railway offeriert, zwei 6-Wagen-Züge auf eigene Kosten zu bauen, einen Lokomotivzug und einen aus lauter Motorwagen in Vielfachsteuerung. Das mehrmals erneuerte Angebot wurde stets abgelehnt. Als dann 1897 die South-Side-Elevated Railway Chicago die Elektrifizierung ihres Betriebs plante, wurden ihr von amerikanischen und europäischen Firmen Lokomotivzüge angeboten, die aber mit Rücksicht auf die Eisengerüste zu hohe Gewichte hatten. Eines Unfalls wegen hatte Sprague an der Konkurrenz nicht teilnehmen können. Nun holte man ihn. Begeistert davon, seine Ideen endlich verwirklichen zu können, liess er sich abermals dazu hinreissen, einen Vertrag abzuschliessen, bevor er genügend Unterlagen besass. Er versprach, innert 3 Monaten einen 6-Wagen-Zug für Versuche bereitzustellen. Er kam in Verzug, aber einen Wagen stellte er. Um zu zeigen, wie leicht dieser zu handhaben sei, liess er ihn von seinem 10-jährigen Sohn bedienen – er selber war noch nicht gehfähig. Anderthalb Jahre später liefen in Chicago 120 solcher Wagen. Der Erfolg war gross. Es kam jedoch zu Patentstreitigkeiten mit der General Electric. Diese wollte sich das in Aussicht stehende grosse Geschäft nicht entgehen lassen und entschädigte Sprague mit mehr als 1 Mio. $. Dieser gründete darauf 1906 eine Unternehmung, in der er Signale und Sicherungsanlagen für Bahnen baute. Darüber hinaus besass er eine Gesellschaft, die sich mit Neuentwicklungen befasste.

Sprague kamen viele Ehrungen zu, so von der AIEE, vom Franklin Institute sowie von vielen Universitäten. Er hatte aus 2 Ehen 3 Söhne und eine Tochter. Er starb 77-jährig am 25. Oktober 1934 an einer Lungenentzündung in New York.

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