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J. Robert Oppenheimer




(1904–1967)

Am 7. Dezember 1941 wurden die Vereinigten Staaten durch den japanischen Überfall auf Pearl Harbour ins Kriegsgeschehen hineingezogen. Anfang 1942 ersuchte die amerikanische Administration Robert Oppenheimer, die Leitung von Studien über rasche Neutronen und die Probleme einer Atombombe zu übernehmen. In der Folge führte er diese Arbeiten unbeirrt bis zum Abwurf der A-Bomben fort.

Wer war dieser Robert Oppenheimer? Sein Vater, ein erfolgreicher Textilkaufmann, war als 17-Jähriger aus Deutschland nach New York gekommen. Der Ehe mit einer in Paris ausgebildeten amerikanischen Kunstmalerin entsprossen zwei Söhne, J. Robert, geboren am 22. April 1904 in New York, war der ältere. Er besuchte die Ethical-Culture-Schule und trat 1922 in die Harvard-Universität ein, um Chemie zu studieren, wechselte aber rasch zur Physik. 1925 erhielt er den Bachelorgrad. Bei Rutherford in Cambridge (GB) und nachher auf Einladung von Max Born in Göttingen setzte er seine Studien fort. Dort lernte er Heisenberg, Dirac, Schrödinger sowie den in Zürich wirkenden Pauli kennen. Sein Doktorexamen legte Oppenheimer 1927 in Göttingen ab. Nach Amerika zurückgekehrt, wurde er gleichzeitig Assistenzprofessor am California Institute of Technology in Pasadena und an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Er erwies sich als ein glänzender und äusserst beliebter Dozent und wurde 1936 an beiden Hochschulen ordentlicher Professor. Er forschte auf dem Gebiet der kosmischen Strahlung, kam dadurch zu den Mesonen und sagte um diese Zeit die Existenz des Positrons voraus.

In der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre, als in Deutschland die Judenverfolgungen anfingen und auch Verwandte von ihm betroffen wurden, erzürnte ihn das derart, dass er eine Zeit lang mit Linkskreisen sympathisierte. Der Pakt zwischen Hitler und Stalin ernüchterte ihn aber gründlich. Die kleine Episode sollte ihm aber noch grosse Schwierigkeiten bereiten.

1940 heiratete Oppenheimer Katherine Harrison, mit der er einen Sohn und eine Tochter zeugte. In seinem gastlichen Haus, in dem es weder Telefon noch Radio gab – dafür las und diskutierte man viel, interessierte sich für Kunst und Wissenschaften –‚ studierte er sogar Sanskrit. Die USA-Akademie der Wissenschaften nahm ihn als Mitglied auf.

Als der eingangs erwähnte Ruf zur Entwicklung der Atombombe an ihn erging, sagte er zu; er fühlte sich der Vorgänge in Europa wegen verpflichtet zu einem Beitrag an die Kriegsanstrengungen seines Landes. Er bildete eine Kommission aus Theoretikern und verteilte die Arbeiten auf mehrere Laboratorien, doch erwies sich diese Organisation als schwerfällig und der Geheimhaltung wegen als untragbar. Auf seinen Vorschlag hin errichtete man dann in Los Alamos (New Mexico) die bekannte Forschungsanstalt, zu deren Direktor er ernannt wurde. Die Angst, ein unverantwortlicher Diktator könnte ihnen im Bau der Atombombe zuvorkommen, trieb die Forscher zur höchsten Eile an. Am 16. Juli 1945 wurde in der Alamogordo-Wüste eine kleine Versuchsbombe gezündet. Sie liess die schauderhafte Zerstörungskraft dieser Waffe erkennen. Stolz und Befriedigung über das erreichte Ziel wurden insbesondere bei Oppenheimer selbst durch Schrecken, Angst und Abscheu übertönt. Aber unerbittlich lief jetzt die Kriegsmaschinerie ab; am 6. und 8. August 1945 fielen die mörderischen Bomben auf Hiroshima und Nagasaki.

Ende 1945 kehrte Oppenheimer nach Kalifornien zurück. Dort arbeitete er mit am Acheson-Lilienthal-Report über die internationale Kontrolle der Atomenergie, in der Atomenergiekommission sowie als Präsident in der General Advisory Commission, einem wichtigen Beratungsinstrument der Regierung. In diesen Gremien sprach er sich gegen den Bau der von Teller propagierten Wasserstoffbombe aus. 1946 erhielt er aus der Hand von Präsident Truman die Verdienstmedaille.

Im Jahr darauf übernahm Oppenheimer den Direktorposten des Institute for Advanced Study in Princeton. Nun hatte er selber nicht mehr zu forschen, inspirierte aber dafür viele im Institut tätige Junge.

1953 startete Senator Joseph McCarthy eine Hetzkampagne gegen Oppenheimer und viele andere, die er als Kommunisten und Landesverräter verschrie. Bei Präsident Eisenhower erreichte er, dass dieser Oppenheimer in allen Vertrauensstellungen suspendierte. 1961 beabsichtigte Präsident J. F. Kennedy, ihn durch Überreichung der Fermi-Medaille zu rehabilitieren. Erst im Dezember 1963 konnte Präsident Johnson diesen Akt vollziehen. Oppenheimer nahm die Ehrung mit der Bemerkung entgegen, die Überreichung dieser Auszeichnung zeuge von grossem Mut und grosser Nachsicht des Präsidenten.

Oppenheimer war ein überaus intelligenter Mensch. Er sah sofort das Wesentliche. Einer seiner Freunde sagte, er gebe in Diskussionen meist die Antwort, bevor der Gesprächspartner seine Frage habe formulieren können. Im Jahre 1966 eröffneten ihm die Ärzte, dass er an Kehlkopfkrebs leide. Daran starb er gefasst am 18. Februar 1967 in Princeton.

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