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Mahlon Loomis




(1826–1886)

Um 1860 versuchte der Amerikaner Loomis die Luftelektrizität auszunutzen. Es gelang ihm, auf einer 600 km langen Telegrafenleitung ohne Batterie Signale zu übertragen. Bei einem Versuch mit zwei Papierdrachen fiel ihm auf, dass das Erden des Drahtes des zweiten Drachens einen Einfluss auf die Stromstärke des im Draht des ersten Drachens abgeleiteten Stromes ausübt. Das brachte ihn auf den Gedanken, zu versuchen, Signale drahtlos zu übertragen. 1866 war er so weit, dass er die Erfindung vorführen konnte.

Auf zwei etwa 20 km voneinander entfernten Bergen liess er je einen Drachen aufsteigen, an dem ein Draht befestigt war. Zwischen Draht und Erde wurde ein Galvanometer geschaltet. War nur die Erdverbindung auf einer Station geschlossen, zeigte das Galvanometer einen relativ grossen Ausschlag. Wurde die Erdverbindung auch auf dem andern Berggipfel geschlossen, so ging der Galvanometer-Ausschlag auf der ersten Station beträchtlich zurück, da die geladene Luftschicht doppelt «angezapft» wurde. Auf diese Weise konnte Loomis Signale in beiden Richtungen drahtlos übertragen.

Es gelang ihm, Kapitalgeber für seine Erfindung zu interessieren, aber einmal der Börsenpanik von 1869, das andere Mal des Grossbrandes von Chicago wegen zogen sie sich wieder zurück. 1872 wurde im Congress und im Jahr darauf im Senat die «Loomis Aerial Telegraphy Company» eingetragen, aber ein erhoffter Beitrag des Staates blieb aus.

Loomis wurde am 21. Juli 1826 als Sohn eines aus England stammenden Professors im Staate New York geboren. Die Familie zog später nach Cleveland, wo Mahlon Zahnheilkunde studierte. Eine Zeit lang war er als Wanderzahnarzt tätig, liess sich aber dann in Philadetphia nieder. 1854 erhielt er ein Patent für ein Verfahren zur Herstellung künstlicher Zähne. Von 1860 bis 1872 widmete er sich ausschliesslich den Elektrizitätsversuchen. Er war stets voller Ideen. Als sich aber alle seine Hoffnungen zerschlugen, brach er zusammen. Er starb am 13. Oktober 1886.

Die Amerikaner sehen in Loomis einen Pionier der drahtlosen Telegrafie, der zwar nicht erkannte und auch nicht erkennen konnte, wie nahe er der grossen Erfindung war. Denn beim Erden der Drachen-Drähte erzeugten die entstehenden Funken sicher auch Wellen, die damals aber noch unbekannt und unnachweisbar waren. Erst 20 bis 30 Jahre später schrieben dann Hertz, Marconi, Braun und viele andere dieses neue Kapitel der Technikgeschichte.

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