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Gustav Adolf Hasler




(1830–1900)

Am 25. März 1830 wurde dem Aarauer Fürsprecher und Oberrichter Dr. Joh. Hasler ein zweiter Sohn, Gustav Adolf, geboren. Dieser hatte mehr Flair fürs Technische, durchlief an der Kantonsschule die Gewerbeschule und machte alsdann beim Reisszeugfabrikanten Kern in Aarau eine Lehre. 1850 begab er sich auf Wanderschaft, die ihn nach Wien, Berlin und Hamburg führte und ihm Gelegenheit bot, den Bau von Morsetelegrafen sowie von feinmechanischen und optischen Apparaten kennenzulernen. Im Februar 1854 starb sein Vater, weshalb Gustav nach Aarau zurückkehrte, sich dann aber zu einem Mechaniker nach Genf begab.

Als bei der Eidg. Telegrafenwerkstätte die Stelle eines Adjunkten für Werkführer Hipp ausgeschrieben wurde, bewarb sich Hasler und konnte den Posten Ende Januar 1855 antreten. Hipp hatte neben der Betreuung der Werkstätte auch den Telegrafenbetrieb zu inspizieren. Zudem hatte er sich ausbedungen, für sich arbeiten zu dürfen. Hasler erhielt von 1858 an Konstruktionsaufträge von Universitätsprofessor Wild für von ihm konzipierte wissenschaftliche Apparate.

Den eidgenössischen Räten missflel die umfangreiche Tätigkeit der Werkstätte für fremde Auftraggeber. Das führte zu Spannungen, die Hipp und Hasler veranlassten, kurz nacheinander ihre Stellen zu kündigen. Hipp zog zur neu gegründeten FAVAG in Neuenburg, während Hasler zusammen mit zwei jüngern Brüdern in Aarau einen Betrieb aufbauen wollte. Der Bundesrat liess Hipp gehen, bewog aber Hasler zum Bleiben und übertrug ihm die Leitung der Telegrafenwerkstätte. Nach wie vor wurden Aufträge für in- und ausländische Telegrafen-, Bahn- und Militärverwaltungen ausgeführt und Telegrafen, Feldtelegrafen, Uhren sowie Apparate für die Universität gebaut. Hotels bestellten Läuteeinrichtungen, und für die PTT fabrizierte Hasler sogar einige Telegrafenkabel.

Da die Kritik in den Räten nicht verstummen wollte, wurde die Werkstätte 1865 an Gustav Hasler und H.A. Escher, den Leiter der eidg. Münze, verkauft. Sie erhielt aber nach wie vor Bundesaufträge für Telegrafenapparate und führte auch Reparaturen aus. Von 1866 an befasste sich Hasler mit dem Bau von Gebäude-Blitzableitern und präsidierte eine Kommission, die Richtlinien für solche aufstellte. Als während des Deutsch-französischen Krieges die Aufträge zurückgingen, nahm er die Fabrikation von Sicherheitsschlössern für Postschliessfächer auf. 1875 verlieh ihm die Universität Bern den Ehrendoktor für die Erfindung und Herstellung wissenschaftlicher Instrumente. Im gleichen Jahr heiratete er; am 28. Oktober 1877 wurde dem Paar der einzige Sohn geboren, der später die Leitung des Unternehmens antrat.

1879 starb Teilhaber Escher. Gustav Hasler wurde Alleininhaber der Firma. Er entwickelte eine rege Tätigkeit, verbesserte den von Vianisi erfundenen Telegrafentaster für Duplexbetrieb, baute Wasserstandsfernmelder, nahm die Fabrikation von Telefonen auf, brachte einen Farbschreiber-Telegrafen und einen verbesserten Geschwindigkeitsmesser für Lokomotiven heraus. Im Mattenhofquartier erstellte er eine neue Fabrik, die 1895 bezogen wurde. In dieser wurde als Neuheit der Bau von Haustelefonanlagen sowie von Brandschutzapparaten aufgenommen.

Mitten aus voller Tätigkeit erkrankte Gustav Hasler, und am 5. Januar 1900 starb er an einer Lungenentzündung. Er hatte seinem oft kränklichen Sohn eine Reihe guter Mitarbeiter herangezogen, denen es gelang, das Unternehmen auf dem Gebiet der Telefonie, der Schaltungstechnik und Elektronik zu seiner späteren Grösse und Bedeutung auszubauen. Der 1952 kinderlos verstorbene Sohn hat sich auf die administrative Leitung beschränkt und durch die Errichtung einer Stiftung den Fortbestand der Firma gesichert.

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