(1860–1904)
Dem aus Island stammenden Statthalter der zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln, Hannes Christian Finsen, wurde am 15. Dezember 1860 der Sohn Niels geboren. Er fiel durch die Geschicklichkeit seiner Hände und sportliche Tüchtigkeit auf, aber er war ständig kränklich. Man hielt ihn deshalb an, sich viel in der frischen Luft und an der Sonne zu tummeln. Auf der Insel Seeland in Herlufsholm besuchte er eine Zeit lang das Gymnasium, machte aber keine guten Fortschritte. Die Eltern schickten ihn daher zur Grossmutter nach Reykjavik auf Island, wo er bis zum Abschluss der Mittelschule blieb. Darauf zog er an die Universität zu Kopenhagen, wo er das Medizinstudium seiner dauernden Krankheit wegen (eine infektiöse Herzbeutelentzündung) eher mühsam abschloss.
Finsen arbeitete dann kurze Zeit als Prosektor in der Anatomie der Medizinischen Fakultät, interessierte sich aber vor allem für therapeutische Anwendungen des Lichts, weil er das Gefühl hatte, Sonnenlicht tue ihm gut. Da er in der Literatur keine Angaben fand, machte er sich selber ans Forschen. Er stellte fest, dass Pocken milder verlaufen, wenn das Krankenzimmer mit roten Gläsern oder Vorhängen versehen wird, beobachtete die Tiere, die der Sonne nachgehen. An sich selber machte er Versuche mit intensiver Sonnenstrahlung und gewann dadurch 1893 aufschlussreiche Einblicke in die Vorgänge bei der Rötung und Bräunung der Haut. Zwei Jahre später gelang es ihm, mit Hauttuberkulose befallene Patienten mit bakterientötendem Ultraviolettlicht zu heilen, wozu er elektrische Bogenlampen verwendete. Darauf gründete er in Kopenhagen das Institut für Lichtforschung.
Um 1899 hatte er für seine Behandlungsapparaturen eine zweckmässige Bauart gefunden, bei der er UV-durchlässige Quarzlinsen und wassergekühlte Platten verwendete. Seine Bemühungen und Erfolge fanden volle Anerkennung. 1903 erhielt er für seine Forschung den Nobelpreis für Medizin und Physiologie, den er grösstenteils dem Lichtforschungsinstitut schenkte. Leider konnte er die Freude über seinen Erfolg nicht mehr lange geniessen. Er erlag seinem langwierigen Leiden am 24. September 1904. Das Begräbnis des uneigennützigen, aufopfernden und allseits beliebten Menschen soll dem eines Fürsten geglichen haben.
Die Behandlung mit UV-Licht ist auch später noch gebräuchlich, doch waren die Apparate dank dem Ersatz des Bogenlichtes durch Quecksilberlampen wesentlich einfacher und handlicher geworden.