(1700–1782)
Daniel Bernoulli, Sohn des grossen Johann Bernoulli I., kam am 29. Januar 1700 in Groningen zur Welt und mit 5 Jahren nach Basel. Der Vater, namentlich aber sein um 5 Jahre älterer Bruder Niklaus, unterrichtete ihn in Mathematik. 1715 absolvierte er sein Welschlandjahr in Courtelary; Französisch war ja neben dem Latein besonders wichtig, denn vorwiegend in diesen Sprachen wurde korrespondiert.
Nach dem Willen des Vaters hätte Daniel Kaufmann werden sollen. Schliesslich einigten sich die beiden auf Medizin. Daniel studierte in Basel, Heidelberg, Strassburg und schloss in Basel mit dem Doktorexamen ab. Physik und Mathematik hatte er aber daneben nicht vernachlässigt.
1723 arbeitete er als Mediziner in Venedig und Padua. 1725 folgten er und sein Bruder Niklaus, die sehr aneinander hingen, einem Ruf nach St. Petersburg. Nach Basel zurückgekehrt, musste er eine Professur für Anatomie und Botanik übernehmen. Das lag ihm aber nicht. Dagegen arbeitete er intensiv an der 1730 in St. Petersburg begonnenen «Hydrodynamik». Er prüfte stets durch Experimente, ob seine Theorie stimme, was seine Arbeiten besonders wertvoll machte. Dieses sorgfältige Vorgehen hatte zur Folge, dass das Werk erst 1738 fertig gedruckt werden konnte.
Obwohl Daniel seinem Vater in manchem überlegen war, anerkannte dieser ihn nie. Er liess neben sich nur noch Euler gelten. Aus Pietät wehrte sich Daniel aber nicht. Trotz der väterlichen Ablehnung und obwohl ihm der Vater sogar Arbeiten wegnahm und sie unter seinem Namen veröffentlichte, verzichtete er, einem Ruf Eulers nach St. Petersburg zu folgen.
1750 wurde Daniel Bernoulli in Basel auf den ersehnten Lehrstuhl für Physik berufen. Er nahm mit Erfolg an den damals üblichen Preisfragen teil. Er war, im Gegensatz zu seinem ehrgeizigen und despotischen Vater, sanft, liebenswürdig, ein guter Gesellschafter, der, obwohl er selber gut reden konnte, es verstand, andere zum Sprechen zu bringen. Er blieb ledig und starb am 17. März 1782.
Die Arbeiten Daniel Bernoullis sind für die Technik von grosser Bedeutung. Neben der Hydrodynamik betreffen sie auch andere Gebiete. So unterstützte Bernoulli das Newton'sche Prinzip der Gravitation und verhalf ihm zum Durchbruch. Er fing an, Messwerte je nach ihrer Zuverlässigkeit zu bewerten. Die Preisfragen «Über die physikalische Ursache des Magneten» und «Über die Natur und die Ursache der Ströme und die beste Methode, sie zu beobachten und zu bestimmen» führten ihn auch in die Elektrotechnik. Von ihm angeleitet, wurden «künstliche» Magnete hergestellt, von denen die Physikalische Gesellschaft Zürich einen erhielt, der bei ¾ Pfund Gewicht 18 Pfund trug. Daniel Bernoulli war Mitglied der Akademien von Berlin, Paris, Turin und Bologna sowie der Royal Society in London. 1763 ernannte ihn auch die Physikalische Gesellschaft Zürich zu ihrem Mitglied.