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Albert Abraham Michelson




(1852–1931)

Im Altertum hatte man angenommen, das Licht breite sich mit unendlich grosser Geschwindigkeit aus. 1676 berechnete dann der dänische Astronom Römer aus Beobachtungen an den Jupitermonden eine endliche Geschwindigkeit von 217 000 km/s. Die Franzosen Fizeau (1849) und Foucault (1850–1862) massen die Geschwindigkeit, indem sie einen Lichtstrahl an einem etwa 9 km weit entfernten Spiegel reflektierten und den zurückkommenden Strahl durch ein rotierendes Zahnrad bzw. an einem rotierenden Spiegel beobachteten. Ihre Ergebnisse kamen der Wirklichkeit schon recht nahe.

Als man noch an die Existenz des Äthers glaubte, wollte Michelson im Jahre 1888 den Unterschied der Lichtgeschwindigkeit in Richtung der Erdrotation (gegen den Ätherwind) und senkrecht dazu bestimmen. Es konnte aber kein Unterschied beobachtet werden, woraus der Ire Fitzgerald den Schluss zog, dass es keinen Äther gebe. Michelson hat in der Folge seine Messungen mit immer mehr Verfeinerungen wiederholt. Er hielt dabei eine Messdistanz von etwa 70 km ein. Die Apparaturen, die er für seine Arbeiten benützte, sollen ihn keine 10 Dollar gekostet haben. Seine letzte Messung von 1925 ergab den Wert c = 299 798 km/s (1983 wurde die Lichtgeschwindigkeit auf 299 792 458 m/s festgelegt).

Michelson wurde am 19. Dezember 1852 in Strelno (im heutigen Polen etwa 80 km östlich von Posen) geboren. Als er 2 Jahre alt war, wanderten seine Eltern nach Amerika aus. Sie liessen sich in Virginia City (Montana) und später in San Francisco nieder, an welchen beiden Orten Albert Michelson die öffentlichen Schulen besuchte. Ein Lehrer empfahl ihm, sich weiter auszubilden, worauf er den Präsidenten Grant aufsuchte und ihn um Aufnahme in die Marineakademie in Annapolis bat. Der Wunsch wurde ihm vom Präsidenten versagt, aber vom Schulkommandanten erfüllt. Michelson wurde kein guter Seemann, aber ein guter Wissenschaftler. Nach 6 Jahren Dienst wurde er als Instruktor für Physik und Chemie an die Marineakademie abkommandiert. Dort wirkte er bis 1879. Im Mai 1878 publizierte er seine erste Arbeit über die Lichtgeschwindigkeit. In den folgenden beiden Jahren weilte er in Berlin bei Helmholtz, in Heidelberg und Paris. Nach den USA zurückgekehrt, wurde er nacheinander Physikprofessor in Cleveland, an der Clark University in Worcester und ab 1892 an der neu gegründeten Universität Chicago. Eine Zeit lang arbeitete er für das Internationale Komitee für Mass und Gewicht.

Da der Lichtgeschwindigkeit die Bedeutung einer Naturkonstanten zukommt, postulierte Michelson im Jahre 1892, die Wellenlänge der roten Kadmiumlinie als Längeneinheit zu wählen, ein Vorschlag, der 1960 offiziell anerkannt wurde, allerdings mit einer Linie des Kryptons.

1907 wurde Michelson für seine Arbeiten (Messung von c und Untersuchungen über Interferenz mit dem von ihm erfundenen Interferometer) mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde er, der selber nie einen akademischen Grad erworben hatte, mit Ehrendoktoraten und Mitgliedschaften von wissenschaftlichen Gesellschaften direkt überschüttet.

Einer 1877 geschlossenen, später aber aufgelösten Ehe entsprossen ein Sohn und eine Tochter, der 22 Jahre später geschlossenen Ehe drei Töchter. Violinspiel und sehr gekonntes Malen waren seine Hobbys.

Am 9. Mai 1931 erlag er in Pasadena einer Hirnblutung.

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