(1803–1853)
Am 29. November 1803 kam Christian Doppler in Salzburg zur Welt. Sein Vater war der Steinmetzmeister, der dem bayrischen König Ludwig I. den Marmor für seine Prachtbauten lieferte. Weil der Knabe körperlich schwächlich war, liess ihn der Vater von einem Lehrer prüfen, um abzuklären, ob er zum Kaufmann taugen würde. Der Lehrer stellte dann eine überdurchschnittliche Intelligenz fest und riet, den jungen Doppler an das Polytechnische Institut in Wien zu schicken; das geschah dann auch von 1822 bis 1825. Um sich noch allgemein zu bilden, erbat der Junge vom Vater noch die Erlaubnis, das Lyceum Salzburg besuchen zu dürfen. Nach 4-jähriger Assistentenzeit an der Wiener Technik bewarb er sich wiederholt, aber erfolglos um eine gesicherte Stellung. 1835 beschloss er, nach Amerika auszuwandern, verkaufte all sein Hab und Gut, auch seine Bücher, und reiste ab. In München holten ihn dann zwei Berufungen ein, eine aus der Schweiz, die andere aus Prag. Doppler nahm den Ruf nach Prag an, kehrte um und wurde Mathematikprofessor an der städtischen Realschule in Prag. Im nächsten Jahr vermählte er sich mit einer Goldschmiedetochter.
Vertretungsweise hielt er auch Vorlesungen an der Prager Technik, an die er 1841 als Professor gewählt wurde. Im Jahr darauf publizierte er seine berühmte Arbeit über das nach ihm benannte «Prinzip». Der Dopplereffekt zeigt sich bei allen Wellenvorgängen (Wasserwellen, Schall, Licht). Nähert sich eine Schallquelle einem Beobachter oder entfernt sie sich von ihm, so erscheint diesem der Ton höher bzw. tiefer als bei ruhender Quelle. Analog ergibt sich bei genügend grossen Relativgeschwindigkeiten beim Licht eine Verschiebung gegen Rot bzw. gegen Blau, je nachdem, ob sich die Lichtquelle von uns weg oder auf uns zu bewegt.
Erst mit dem Aufkommen der rasch fahrenden Eisenbahn konnte das Phänomen praktisch nachgeprüft werden, was dann 1845 durch Buys-Ballot in Holland gemacht wurde. Er liess einen Trompeter auf einer Lokomotive mit verschiedenen Geschwindigkeiten an stillstehenden Beobachtern mit absolutem Gehör vorbeifahren und fand die auf rein theoretischem Weg erhaltenen Angaben Dopplers bestätigt.
Das Dopplerprinzip hat besonders für die Astrophysik grosse Bedeutung erlangt, ermöglichte es doch, zahlreiche Probleme anzugehen und zu lösen (Messung der Relativgeschwindigkeit von Sternen, Doppelsterne, Rotationsgeschwindigkeiten von Sternen usw.).
Christian Doppler wirkte kurze Zeit als Professor für Mathematik, Physik und Mechanik an der Bergakademie Schemnitz (Selmecbànya, Ungarn) und kam 1849 als Professor an die Wiener Technik. Die Wiener Akademie der Wissenschaften wählte ihn zu ihrem Mitglied, und die Universität Prag verlieh ihm den Ehrendoktor. Als 1850 das Physikalische Institut an der Universität Wien gegründet wurde, ernannte man ihn zum Direktor des Institutes und zum ordentlichen Professor für Experimentalphysik.
Er konnte sich des Erfolges nur ganz kurze Zeit freuen. Ein schon seit der Prager Zeit sich bemerkbar machendes Lungenleiden zwang ihn, 1852 Urlaub zu nehmen. In Venedig hoffte er, Heilung zu finden, doch schon am 17. März 1853 starb er dort.