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Dominique François Jean Arago




(1786–1853)

Eine Errungenschaft der Französischen Revolution war (1795) die Einführung des Metermasssystems, durch die der Wirrwarr der verschiedenen Längenmasse eliminiert wurde. Aufgrund einer möglichst exakten Ausmessung des durch Paris verlaufenden Meridians sollte der zehnmillionste Teil des Erdquadranten ermittelt werden. 1806 schickte Kaiser Napoleon Arago und Biot nach Spanien, um die Meridianvermessung über die Pyrenäen hinaus bis auf die Balearen zu ergänzen. Da brach zwischen Frankreich und Spanien Krieg aus, und Arago wurde, der Spionage verdächtigt, festgehalten. Eine drei Jahre währende Irrfahrt, bei der Piraterie, Sturm und Schiffbruch mitspielten, zwang ihn nach Spanien, Sardinien und zweimal nach Algerien. Bei seiner Rückkehr machte Napoleon den 23-Jährigen zum Professor an der Ecole polytechnique in Paris, an der er 1805 selber seine Studien beendet hatte. Und die Académie nahm ihn, allen Reglementen zum Trotz, als Mitglied auf.

Arago musste über Geodäsie, Geometrie, Astronomie, Physik und Maschinentheorie lesen. Diese ihm aufgebürdete Vielseitigkeit ist wahrscheinlich schuld daran, dass er zwar sehr viel, aber auf keinem Gebiet wirklich Grosses leistete.

Er entdeckte die Doppelbrechung, gab von 1812 bis 1845 vielbeachtete Astronomiekurse, verfasste, unterstützt von Fresnel, einen Bericht über polarisiertes Licht. 1820 wohnte er an der Naturforscherversammlung in Genf den Vorführungen de la Rives über die Entdeckungen Oersteds bei. Er berichtete darauf in der Académie darüber, was dann Ampère zu seinen Untersuchungen veranlasste. Er selber zeigte, dass ein elektrischer Strom Magnetismus erzeugt und stellte auch einen Elektromagneten her, indem er in ein Ampère'sches Solenoid einen Eisenstab steckte. Aber darüber veröffentlichte er nichts.

1824 beobachtete er, dass eine schwingende Magnetnadel rascher zum Stillstand kommt, wenn darüber eine Kupferscheibe angeordnet wird. Später erhielt er aufgrund einiger seiner Berichte von der Royal Society die Copley-Medaille. 1830 schrieb er eine Abhandlung über Dampfmaschinen-Explosionen. Im gleichen Jahr wurde er als Nachfolger von Fourier ständiger Sekretär der mathematischen Abteilung der Académie des Sciences.

Von 1830 an betätigte er sich intensiv mit Politik. Er stand extrem links und war während der Revolution beim Sturm auf die Barrikaden ganz vorn. Im Parlament trat er dann aber für die Wiederherstellung der Ordnung ein.

1838 zeigte er, wie man die Lichtgeschwindigkeit in Flüssigkeiten bestimmen kann; Foucault führte dann die Messungen durch. Als 1850 Werner Siemens in der Académie über seinen elektrischen Telegrafen berichtete, war es Arago, der den Bericht gegen den Widerstand eines Opponenten akzeptierte.

1852 machte sich Napoleon III. zum Kaiser. Als überzeugter Republikaner demissionierte Arago als Leiter der Sternwarte, um nicht dem Kaiser den Treueeid leisten zu müssen. Der Kaiser nahm die Demission nicht an, verzichtete jedoch auf die Eidesleistung.

Arago war am 26. Februar 1786 in Estagel bei Perpignan zur Welt gekommen. Sein Vater war durch die Revolution Finanzbeamter in Perpignan geworden, wohin die Familie dann zog und wo Arago die Schulen besuchte. Er hatte zwei Söhne, von denen einer Advokat, der andere Kunstmaler wurde. Dominique François Arago starb am 2. Oktober 1853 in Paris.

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