Stromqualität wird europaweit wichtiger
Der Informationsnachmittag war ein Potpourri an Themen aus dem Verteil- und Hochspannungsnetz. Im Verteilnetz zeigt sich, dass die Qualität der Energielieferung vermehrt zum Thema wird. Bereits in einigen Ländern Europas muss der Lieferant eine Penale zahlen, wenn der Strom zu lange ausfällt. Zudem wollen Bezüger immer genauer wissen, wie gross das Risiko ist, dass bei ihnen der Strom ausfällt – zum Beispiel, um eine USV zu dimensionieren. Dabei zeigte Lukas Küng vom Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ), dass die Schweiz im Vergleich zum Ausland gut dasteht. Die Frage sei vielmehr, wie viel Sicherheit man sich leisten wolle.
Dominique Gachoud, Präsident der Cired Schweiz, ruft Unternehmen auf, sich bei Cigré und Cired zu engagieren. Noch sei die Schweiz gut vertreten in den internationalen Kommittees, wenn aber das Interesse weiter stagniere, gäbe es genügend Länder, die den Platz der Schweiz einnehmen würden.
Gut vertreten bei Cired ist das EWZ. 3 von 7 Beiträgen aus der Schweiz am Cired-Kongress 2007 in Wien kamen vom EWZ. Einer davon führte an der Tagung in Zürich zu Diskussionen: Hans-Heinrich Schiesser zeigte, wie das EWZ Trafostationen bezüglich NISV saniert. Nicht die Art, wie das EWZ die Trafos saniert, wurde diskutiert, vielmehr dass 8 Jahre nach Inkrafttreten der NISV immer noch keine Ausführungsbestimmungen im Bereich Trafostationen vorliegen.
Kurz vor Schluss der Tagung strömten neue Hörer in den Saal, denn der letzte Vortrag von Marcio Szechtman über Hochspannungsgleichstromübertragung fand im Rahmen einer Kolloquiumreihe der ETH statt. Szechtman kommt aus Brasilien und ist Chairman des Cigre Study Committee B4. (gus)