(1846–1895)
Sigmund Johann Schuckert wurde am 18. Oktober 1846 in Nürnberg geboren und lernte das Mechanikerhandwerk. Auf seiner Wanderschaft arbeitete er 1866 einige Zeit bei Siemens & Halske in Berlin. 3 Jahre später traf man ihn bei Edison in Newark. Dort gefiel es ihm so gut, dass er sich in Amerika niederlassen wollte. Um von seinen Angehörigen Abschied zu nehmen und seine Geschäfte zu regeln, kehrte er 1873 nochmals nach Nürnberg zurück. Rücksichten auf seine Familie bestimmten ihn dann, in Nürnberg zu bleiben, wo er eine kleine Werkstätte eröffnete, in der er Nähmaschinen reparierte und elektrische Geräte herstellte. Schon nach 5 Jahren musste er grössere Lokale beziehen; er baute jetzt auch Dynamomaschinen (nach Gramme) mit verbessertem Anker, dann auch Schaltapparate, Bogenlampen und als Spezialität Scheinwerfer.
1884 gründete er die Kommanditgesellschaft Schuckert & Co., die sich neben Siemens-Halske und der AEG rasch entwickelte. Schuckert ist der Erfinder des Einankerumformers. Er erkannte auch die Bedeutung der Akkumulatoren und rüstete von ihm erbaute Kraftwerke mit solchen Batterien aus, damit die Maschinen während der Schwachlastzeiten abgeschaltet werden konnten.
Anfang der 1890er-Jahre erkrankte Schuckert. 1893 versuchte sein Teilhaber und Geschäftsführer vergeblich, mit Siemens zu einer Fusion zu kommen. Am 17. September 1895 starb Schuckert in Wiesbaden. 8 Jahre nach seinem Tod kam es dann doch noch zur Bildung der Firma Siemens-Schuckert, in der alle Starkstrom-Fachgebiete zusammengefasst wurden, während Siemens-Halske sich auf dem Gebiete der Schwachstromtechnik und der Lampenherstellung betätigte.