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Max Planck




(1858–1947)

Am 4. Oktober 1947 starb in Göttingen der grosse Physiker Max Planck. Anlässlich der Newton-Gedenkfeier von 1946 hatte er noch eine letzte grosse Ehrung erfahren, aber was er in den vorangegangenen Jahren erleben musste, war grauenhaft. Bei einem Luftangriff im Februar 1944 wurde sein Haus samt allem Hausrat total zerstört. Im Januar darauf richteten die Nazi seinen jüngsten Sohn hin, der mit den Verschwörern gegen Hitler in Verbindung gestanden hatte. Im Mai brachten dann die Amerikaner den greisen Planck nach Göttingen in Sicherheit.

Max Planck wurde am 23. April 1858 in Kiel geboren. Wenig später hatte man seinen Vater, einen Juristen, als Professor nach München berufen. Der junge Planck fühlte sich zur Musik hingezogen, entschied sich dann aber für das Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften; das Klavierspiel pflegte er aber bis ins hohe Alter. Nach einigen Münchner Semestern hörte er in Berlin Vorlesungen von Kirchhoff und Helmholtz, doch interessierte er sich mehr für die Theorie der Wärmelehre von Clausius. Das Thema seiner Doktorarbeit hatte er ohne Wissen seiner Professoren gewählt und die Arbeit auch ohne jede Beratung fertiggestellt.

Nach München zurückgekehrt, habilitierte er 1880 an der dortigen Universität als Privatdozent. 5 Jahre später berief ihn Kiel als Nachfolger von Hertz. Nach dem Tode Kirchhoffs veranlasste Helmholtz seine Berufung nach Berlin, wo er bis zu seinem Rücktritt im Jahre 1928 wirkte.

Seine ersten Arbeiten betrafen die Thermodynamik, vorwiegend die Entropie. Bei Untersuchungen über die Strahlung fand Planck das nach ihm benannte Strahlungsgesetz. Darnach verschiebt sich das Maximum der von einem schwarzen Körper ausgestrahlten Energie mit zunehmender Temperatur nach kleinen Wellenlängen (am 19. Oktober 1900 vorgetragen). Bei der weiteren Bearbeitung stiess er auf die Tatsache, dass Energie nur als ganzes Vielfaches eines Elementarquants auftreten kann.

In einem Vortrag am 14. Dezember 1900 vor der Physikalischen Gesellschaft Berlin erfuhr die Fachwelt erstmals von seiner Entdeckung, die inzwischen uns allen unter dem Namen Planck'sches Wirkungsquantum bekannt geworden ist.

 – wobei das Wirkungsquantum  beträgt.

Während Planck selber sich der Bedeutung der Entdeckung durchaus bewusst war, doch aus Bescheidenheit nach aussen nichts davon merken liess, nahmen die Wissenschaftler anfänglich wenig Notiz davon. Albert Einstein, mit dem er befreundet war und dessen Violinspiel er während dessen Berlinaufenthalt auf dem Klavier begleitete, war einer der Ersten, die daraus Nutzen zogen. 1905 wies er mit der Quantentheorie die Existenz des Lichtquants nach.

Tiefgreifende Folgen bekam die Entdeckung für die Vorstellungen über den Atombau. 1913 gelang es Bohr durch Berücksichtigung der Quantentheorie, das Rutherford'sche Atommodell wesentlich zu verbessern. Im neuen Modell kreisen die Elektronen nur auf ganz bestimmten, eben durch die Vielfachen des Wirkungsquants festgelegten Bahnen – den sog. Schalen – um den Atomkern.

1919 wurde Planck der Nobelpreis zugesprochen, und er erhielt in der Folge zahlreiche Ehrendoktorate. Trotzdem blieb er stets der bescheidene, aufrechte Mensch. Neben seinen Verpflichtungen an der Hochschule versah er fast 25 Jahre lang den Posten eines Sekretärs an der Preussischen Akademie, ferner war er Präsident der Physikalischen Gesellschaft sowie der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft

Zu seinen Ehren wurde die Max-Planck-Medaille geschaffen und als Erstem ihm selber verliehen. Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft nahm nach dem Krieg den Namen Max-Planck-Gesellschaft an. Heute ziert sein Kopf ein Geldstück (2 Mark), eine Ehrung, die sonst nur gekrönten Häuptern oder Politikern vorbehalten ist.

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