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Denis Papin




(1647–1712)

Als Sohn eines hohen königlichen Beamten kam Denis Papin am 22. August 1647 in Blois zur Welt. In Angers hatte er Medizin und Naturwissenschaften studiert und ging 1671 zum damals in Paris lebenden Huyghens. Er nahm lebhaften Anteil an dessen Arbeiten, besonders an den Vakuum-Versuchen. 1675 veröffentlichte er darüber einen Bericht. Im Auftrage Huyghens reiste er im gleichen Jahr nach London, wo er bei Boyle an den gleichen Problemen weiterarbeitete. Er verbesserte die Wirkung der pneumatischen Maschine, indem er mithilfe der Kondensation ein Vakuum erzeugte. Abwechselnd wurde der Dampf im Zylinder erhitzt und alsdann mit Wasser abgekühlt. Für einen Pumpenhub benötigte er 1 Minute, später ¼ Minute. Eine weitere Verbesserung bestand darin, dass er die beiden Zylinder einer Maschine zwangsweise über ein gemeinsames Ventil abwechslungsweise beaufschlagte.

Aus der ihm bekannten Siedepunkterniedrigung bei Unterdruck folgert er, dass sich die Siedetemperatur bei Überdruck erhöhe. Diese Tatsache nützte er bei dem nach ihm benannten Dampfkochtopf, für den er auch das gewichtsbelastete Sicherheitsventil erfand. Er kannte auch den Zusammenhang zwischen Dampfdruck und Temperatur. 1680 ernannte ihn die Royal Society zu ihrem Mitglied. Während den folgenden Jahren arbeitete er an Energietransportproblemen.

Am 23. Oktober 1685 hob Louis XIV. das Edikt von Nantes auf. Für Papin war dies ein harter Schlag, denn nun durfte er, der Hugenotte war, nicht mehr nach Frankreich zurück. Zwei Jahre später berief ihn der Landgraf Karl August auf den Lehrstuhl für Mathematik an die Universität Marburg. Papin nahm gerne an, aber bald zeigte es sich, dass seine Projekte für eine Taucherglocke, ein Unterseeboot, Maschinen für Salinen und vor allem die Dampfmaschine beim Landgrafen auf kein grosses Interesse stiessen. Nachdem er sich 1691 verheiratet hatte, entwarf er eine Dampfmaschine, mit der eine Schiffsschraube angetrieben werden konnte. Da ihn die Tätigkeit in Marburg je länger, je weniger befriedigte, reifte in ihm der Entschluss, mit seiner Familie nach England zurückzukehren, und zwar auf einem Dampfschiff eigener Konstruktion. In London wollte er dann seine Arbeiten der Royal Society vorlegen. Wie er mit der Schwierigkeit der Herstellung grosser Zylinder fertiggeworden war, weiss man nicht. Die Fuldaschiffer, die fürchteten, die Dampfmaschine mache sie brotlos, sollen sein in Münden im Bau befindliches Schiff zerstört haben.

1707 fuhr Papin dann allein nach London. Trotzdem er viele interessante Arbeiten vorlegen konnte, verwehrte ihm die Royal Society deren Veröffentlichung. Seine wenigen Mittel schwanden dahin, er geriet in Vergessenheit und starb in grösster Armut, man weiss nicht, wo und wann. Sein letzter Brief datiert vom Jahre 1712.

In seiner Heimat erinnerte man sich später des grossen Papin, der seiner Zeit so weit vorausgeeilt war. 1859 wurde in Blois seine Statue enthüllt.

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