(1833–1896)
Alfred Nobel, der am 10. Dezember 1896 in San Remo starb, war, wie jedermann weiss, kein Elektriker, sondern Chemiker. Wenn seiner trotzdem gedacht wird, so darum, weil von den rund 70 Nobelpreisen für Physik sehr viele solchen Arbeiten zugedacht wurden, die direkt oder indirekt mit der Elektrizität und der Energiewirtschaft zu tun haben. Und es ist wohl nicht von der Hand zu weisen, dass die namhaften Mittel, die den Wissenschaftlern zuflossen, in irgendeiner Form weiteren Forschungen zugute kamen. Aber auch mit seiner Erfindung des Dynamits trug Nobel Wesentliches zur Förderung der Energiewirtschaft bei, denn erst seit ein zuverlässiger Sprengstoff verfügbar ist, sind Stollen und Fundamente für Maschinenhäuser und Stauwerke in Fels wirtschaftlich möglich geworden.
Der Chemiker Alfred Nobel wurde am 21. Oktober 1833 in Stockholm geboren. Sein Vater, Immanuel Nobel, hatte 1862 Nitroglyzerin – man nannte es auch Strengöl – eingeführt. 1865 wurde seine Fabrik durch eine Explosion zerstört, wobei einer seiner Söhne ums Leben kam. Ein anderer Sohn, Alfred, betätigte sich weiter auf diesem Gebiet. Beim Experimentieren zerbrach ihm einmal eine mit Nitroglyzerin gefüllte Flasche, wobei die Flüssigkeit von Kieselgur aufgesogen wurde. Die durch diesen Zufall entstandene Mischung erwies sich hinsichtlich Sprengkraft gleichwertig, war aber bedeutend weniger empfindlich. Das war das Dynamit. Später erfand Nobel die Sprenggelatine und das für die Kriegsführung wichtige rauchlose Pulver. Er hoffte, diese schreckliche Waffe würde so abschreckend wirken, dass künftige Kriege vermieden würden. Seine Fabriken in allen Ländern brachten ihm unerhörte Einnahmen. 1869 verlegte er seinen Arbeitsplatz nach Paris, und ab 1891 lebte er in San Remo. Da er unverheiratet war, bestimmte er, dass sein 32 Millionen Schwedenkronen betragendes Vermögen als Fonds für die Ausrichtung von jährlich 5 Preisen dienen solle. 4 davon, der Chemie-, der Physik-, der Medizin- und der Literaturpreis, werden von der Schwedischen Akademie der Wissenschaften verliehen. Ein vom norwegischen Storting gewähltes 5-köpfiges Komitee bestimmt den Träger des Friedenspreises.