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Etienne Jean Joseph Lenoir




(1822–1900)

Lenoir fällt das Verdienst zu, den Gasmotor mit elektrischer Zündung – er nannte ihn «Luftausdehnungsmotor» – zu einer brauchbaren Maschine entwickelt zu haben. Sein Patent datiert vom 24. Januar 1860. Da kein Kessel benötigt wurde, die Motoren sofort betriebsbereit waren und geräuscharm liefen, erfreuten sie sich trotz hohem Gasverbrauch grosser Beliebtheit und standen viele Jahre in Betrieb. 1864 liefen in Paris etwa 130 kleine Maschinen in Gewerbebetrieben. 1862 baute Lenoir das erste mit einem Explosionsmotor ausgerüstete Strassenfahrzeug, mit dem er von Paris aus einen etwa 15 km entfernten Vorort in 3 Stunden erreichte.

Während des Krieges von 1870/71 stellte er seine Motoren zum Antrieb von Lichtmaschinen der Armee zur Verfügung. Als Dank dafür erhielt er, als Belgisch-Luxemburger, die französische Nationalität zuerkannt.

Lenoir wurde am 12. Januar 1822 in Mucy-la-Ville geboren. Mit 16 Jahren kam er mittellos nach Paris, diente zuerst als Kellner und machte dann eine Lehre bei einem Emailleur. 1847 gelang ihm die Herstellung des weissen Emails. Einige Jahre später vervollkommnete er das Verfahren für galvanoplastische Reproduktionen. Dann folgten Erfindungen auf den verschiedensten Gebieten: 1855 entwickelte er eine elektrische Bremse für die Eisenbahn und 1856 ein neues Signalsystem. Im gleichen Jahr reihten sich seinen Erfindungen ein Elektromotor, ein Regler und ein Wasserzähler an. Seine grösste Leistung aber war der erwähnte Gasmotor. 1865 erfand er einen selbst schreibenden Telegrafen. Für die 1880 erfundene Gerbung von Leder mit Ozon erhielt er einen Preis. Kurz vor seinem Tode verlieh ihm auch der Automobilklub von Frankreich eine Goldmedaille.

Lenoir hatte sich im Alter nach La Varenne-Saint Hilaire zurückgezogen, wo er am 4. August 1900 starb.

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