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Paul Langevin




(1872–1946)

Paul Langevin, Professor und später Direktor der Ecole de physique et chimie in Paris, steuerte Wesentliches zum Verständnis des Magnetismus bei. Auf der Grundlage der Elektronentheorie gelang ihm 1905 eine exakte Ableitung des von seinem Lehrer Pierre Curie experimentell gefundenen Curie-Gesetzes. Zwei Jahre darnach wandte der damals in Zürich wirkende Prof. Pierre Weiss die Langevin-Theorie erfolgreich auf den Ferromagnetismus an. Später hat Debeye, gestützt auf die Langevin-Theorie, zum Magnetismus analoge elektrische Erscheinungen beschrieben, nämlich paraelektrische Moleküle und permanente elektrische Dipole.

Langevin forschte auch auf dem Gebiet der ionisierten Gase, über Sekundärstrahlen der Röntgenstrahlen, über Zusammenhänge der Braun'schen Bewegung mit der Quantentheorie. Während des Ersten Weltkrieges entwickelte er ein Ultraschallverfahren zur Ortung von Unterseebooten. Eingehend befasste er sich auch mit der Einstein'schen Relativitätstheorie, und er war es, der ihr in Frankreich zum Durchbruch verhalf. Er erkannte, dass sich die geringen Abweichungen der Atomgewichte aus der Äquivalenz von Masse und Energie erklären lassen.

Der am 23. Januar 1872 als Sohn eines Arbeiters in Paris geborene Langevin studierte in Paris. Dank eines Stipendiums konnte er ein Jahr am Cavendish Laboratorium in Cambridge arbeiten. 1934 wurde er Mitglied der Académie française, und auch die Royal Society hatte ihn zum auswärtigen Mitglied ernannt. In seinen reifern Jahren widmete er sich eingehend pädagogischen Fragen. Er galt als hervorragender Lehrer. Während des Zweiten Weltkriegs geriet er in Nazi-Gefangenschaft, konnte aber in die Schweiz fliehen. Nach Frankreich zurückgekehrt, trat er, kurz vor seinem am Dezember 1946 in Paris erfolgten Tod, unter dem gewaltigen Eindruck der politischen Ereignisse der kommunistischen Partei bei.

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