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Georg Klingenberg




(1870–1925)

Als Sohn eines Architekten am 28. November 1870 in Hamburg geboren, studierte und promovierte Klingenberg an der Technischen Hochschule zu Berlin und wurde dort Assistent von Professor Slaby. 1896 habilitierte er sich als Privatdozent und gab bis 1901 Vorlesungen über die Projektierung elektrischer Anlagen.

Seine Studien über ein billiges Volksauto interessierte die AEG, und es kam zur Gründung der «Neuen Automobil Gesellschaft». 1902 berief Emil Rathenau den jungen Klingenberg in den AEG-Vorstand und übertrug ihm den Kraftwerkbau. In dieser Stellung war er für den Bau von mehr als 70 Kraftwerken verantwortlich. Unter seiner Leitung entstanden auch die beiden Grosskraftwerke Golpa-Zschornewitz (1915) und das Kraftwerk Rummelsburg bei Berlin, dessen Vollendung er aber nicht mehr erlebte. Ihm zu Ehren erhielt es dann den Namen Klingenberg.

Klingenberg trat für ein enges Zusammenwirken von Wissenschaft und Technik ein, was damals noch nicht Allgemeingut war. Wie sehr sein Urteil geschätzt wurde, spiegelt sich darin, dass er eine Zeit lang Vorsitzender des VDE und nachher des VDI war. Er hatte massgebenden Einfluss bei der Entwicklung grosser Dampfturbinen und Turbogeneratoren. Ein besonderes Verdienst ist, dass er der Kohlenstaubfeuerung zum Durchbruch verhalf und damit der Automatisierung von Dampfkraftwerken neue Impulse gab. Schon 1908 plante er die Zusammenfassung der Elektrizitätsversorgungen grosser Gebiete zu Verbundbetrieben.

In seinem Buch «Bau grosser Kraftwerke» hat er seine Erfahrungen niedergelegt. Am 7. Dezember 1925 raffte ihn eine Lungenentzündung aus voller Tätigkeit dahin.

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