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Joseph Henry




(1797–1878)

In Albany im Staate New York kam am 17. Dezember 1797 Joseph Henry als Sohn eines aus Schottland stammenden Taglöhners zur Welt. Seine ersten Jugendjahre verlebte er bei der Grossmutter in Galway; erst nach dem frühen Tod des Vaters kehrte er zur Mutter zurück.

Ein Naturkundebuch, das zufällig in seine Hände kam, begeisterte ihn so sehr, dass er sich weiterzubilden begann. Er gab seine Tätigkeit bei einem kleinen Laientheater auf, nahm Privatstunden und erwarb sich die Zulassung an die Akademie in Albany. Neben dem Studium verdiente er und erhielt später eine Assistentenstelle. Nach kurzer Beschäftigung für einen Strassenbau wurde er als Professor für Mathematik und Naturwissenschaften nach Albany berufen. Die Elektrizität zog ihn in ihren Bann. Den aus einem mit Wachs isolierten Eisenkern bestehenden, mit einer losen Drahtumwicklung versehenen Elektromagneten von William Sturgeon verbesserte er, indem er mit Seide umsponnenen Draht in mehreren Lagen verwendete. Einen Versuchsmagneten versah er mit mehreren Wicklungen mit verschiedenen Windungszahlen, deren Enden alle herausgeführt waren. Daran klärt er das Verhalten bei verschiedenen Schaltungen und Spannungen ab. Der stärkste Magnet war imstande, 3500 Pfund zu tragen; das war 1830.

Im folgenden Jahr wand er in einem Hörsaal einen 1 Meile langen Draht auf. Mit dieser Riesenspule und einem Elektromagneten gelang es ihm, eine Glocke auf einige Entfernung zum Läuten zu bringen. Damit hatte er die gegenseitige Induktivität entdeckt! Leider unterliess er es, seine Beobachtungen sofort zu veröffentlichen, und daher gilt Faraday, der am 24. November 1831 über seine Versuche berichtet hatte, als Entdecker der gegenseitigen Induktion. Henry fällt aber das Verdienst der Entdeckung der Selbstinduktion zu, weshalb ihm zu Ehren die Einheit der Induktion den Namen «Henry» erhielt.

Henry, der zu seiner Zeit als einer der besten Experimentatoren galt, wurde 1832 als Professor an das New Jersey College (jetzt Princeton University) berufen, wo er seine Versuche erfolgreich weiterführte. Er erfand unter anderem das Relais und die induktionsfreie Wicklung und erkannte, dass man durch entsprechende Bemessung der Wicklungen die Spannung entweder hinauf- oder herabsetzen kann, etwas, das später beim Transformator ausgenützt wurde.

1846 erhielt er den Auftrag, einen Arbeitsplan für die vom Engländer Smithson gestiftete «Smithsonian Institution für die Mehrung und Verbreitung des Wissens» aufzustellen. Dann wurde er deren Sekretär. Das Experimentieren musste er von da an aufgeben. Dafür verdankt man ihm zahlreiche Anregungen auf andern Gebieten. Unter anderem organisierte er die telegrafischen Wetterberichte, entwarf die ersten Wetterkarten und die Grundlagen für die wissenschaftliche Wettervorhersage.

Henry war Mitglied der Akademie der Wissenschaften, die er von 1868 bis zu seinem Tode präsidierte. 1830 heiratete er eine Base, die ihm 6 Kinder schenkte. 3, darunter der Sohn, waren ihm im Tode vorangegangen, als er am 13. Mai 1878 in Washington an einer Nierenentzündung starb.

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