(1866–1932)
Fessenden, der am 6. Oktober 1866 in Bolton (Quebec) als ältester Sohn eines Pfarrers zur Welt kam, wurde zunächst Mathematiklehrer. Er interessierte sich aber für die Elektrizität und arbeitete eine Zeit lang bei Edison.
Die Erfindung eines elektrisch angetriebenen Kreisel-Kompasses blieb unbeachtet, bis der magnetische Kompass in den stählernen U-Booten versagte. Bei Westinghouse führte er für Wechselstrom-Maschinen das mit Silizium legierte Blech ein, wodurch die Eisenverluste reduziert wurden. Von 1892 bis 1900 wirkte er an der Perdue-Universität und an der Universität Pittsburg. In dieser Zeit ersann er eine Multiplex-Schaltung für Telegrafie und beschäftigte sich mit Hochfrequenz. Beim Experimentieren mit einem Wehnelt-Unterbrecher hörte er beim Tasten eines «langen Morsestriches» im Empfänger den Ton des Unterbrechers, was ihn auf den Gedanken des drahtlosen Telefons brachte. Mit einem von Steinmetz gebauten und von Fessenden verbesserten Hochfrequenzgenerator erzielte er eine Frequenz von 100 kHz. Damit konnte er am 21. Dezember 1906 vor geladenen Gästen eine Ansprache sowie Musik drahtlos übertragen und ausstrahlen. Über dieses erste «Rundspruchkonzert» der Welt trafen Empfangsbestätigungen ein aus Westindien sowie von zahlreichen Schiffen.
Trotz diesen Erfolgen gingen seine Geschäfte schlecht. Patentstreitigkeiten brachten ihn in Not. Erst als 1928 die Radio Corporation of America zahlreiche seiner Patente von der ihm nahestehenden National Electric Signaling Co. erwarb, erlebte Fessenden die Genugtuung einer gerechten Bezahlung. Jetzt fielen ihm auch zahlreiche Ehrungen zu. Auf den Bermudas, der Heimat seiner Frau, starb er am 22. Juli 1932.