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Willem Einthoven




(1860–1927)

In Semarang, auf der damals zu Niederländisch Indien gehörenden Insel Java, wurde am 21. Mai 1860 dem Arzt Einthoven der Sohn Willem geboren. Nach dem Tod des Vaters kehrte die Mutter 1870 mit den Kindern nach Utrecht zurück. Willem studierte dort von 1879 bis 1885 Medizin. Im gleichen Jahr, wie er das Doktorexamen bestand, wurde er zum Professor für Physiologie an die Universität Leiden berufen. Kurz darauf heiratete er eine Cousine, die ihm 3 Töchter und einen Sohn schenkte.

1895 berichtete der Engländer Waller über Experimente, bei denen er Herzströme direkt vom Körper abnahm, wobei er sich eines Kapillar-Elektrometers bediente. Einthoven wiederholte die Versuche und erkannte die Schwäche des Messverfahrens, bei dem die Ergebnisse mühsam umgerechnet werden mussten. In 7-jähriger Arbeit baute er das D'Arsonval'sche Galvanometer zum Saitengalvanometer um. Bei diesem wird im Feld eines starken Magneten ein sehr feiner Draht gespannt. Je nach der Stärke des den Draht durchfliessenden Stromes wird die Saite abgelenkt. So konnte Einthoven die Herzströme sichtbar machen. Später beleuchtete er die Saite und erzeugte durch ihren Schatten auf einem mit konstanter Geschwindigkeit bewegten, lichtempfindlichen Papier ein Diagramm, das er Kardiogramm nannte. Einthoven ist also der Erfinder des heute jedermann bekannten Elektrokardiografen.

Da Einthoven in seinem Institut keine Patienten hatte, liess er sich die zu messenden Herzströme von 1906 an über eine 1,5 km lange Leitung vom Spital her übermitteln, als Telekardiogramme. Später registrierte er mit einem Saiten-Phonografen auch Herztöne und -geräusche, wodurch er der Kardiologie weitere Impulse gab.

Auf einer Vortragsreise in den USA erreichte ihn im Herbst 1924 die Nachricht, dass ihm der Nobelpreis zugesprochen werde. Die Royal Society ernannte ihn in Anerkennung seiner Verdienste zu ihrem auswärtigen Mitglied.

Von Ausländern aufgefordert, machte sich Einthoven zusammen mit seinem Sohn daran, die Ströme des Sympathikus-Nervs zu messen. Mit einem Vakuum-Saitengalvanometer gelang ihm das im Frühling 1926.

Einthoven, ein ernster, aufrichtiger Mann, publizierte viel auf medizinischem Gebiet. Seine grösste Tat aber war die Erfindung des Saitengalvanometers und die Entwicklung des Elektrokardiografen zu einem brauchbaren Instrument. Er starb am 29. September 1927 in Leiden.

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