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Marie Curie-Sklodowska




(1867–1934)

In der Zeit, da ein Atomkraftwerk nach dem andern entsteht, ist es sicher am Platz, der Frau zu gedenken, die als Erste die Radioaktivität erforscht hat. Maria (Marya) Sklodowska wurde am 7. November 1867 in Warschau geboren. Ihre Mutter war Lehrerin, ihr Vater Mathematik- und Physikprofessor. Weil er sich für die Erhaltung der polnischen Sprache einsetzte, wurde er vom zaristischen Russland verfolgt und verlor seinen Posten. Die 4 Kinder mussten sich selber durchbringen und halfen sich gegenseitig. Als die ältere Schwester ihr Medizinstudium in Paris abgeschlossen hatte, liess sie 1889 Marie dorthin kommen. Trotz schweren Entbehrungen machte Marie rasche Fortschritte und bestand ihr Examen als Beste.

Mit 27 Jahren lernte sie den an der Ecole de physique et chimie tätigen Physikprofessor Pierre Curie kennen, mit dem sie 1895 die Ehe einging. Marie Curie-Sklodowska bestand Lizenziate in Physik und Mathematik. Als Thema für ihre Doktorarbeit wählte sie «Die unbekannte Strahlung», die Becquerel bei der Untersuchung von Uransalzen gefunden hatte.

Innert 4 Jahren gelang es ihr, aus einer Tonne Pechblende etwa ein Gramm Radium zu gewinnen und dann anschliessend die Strahlung – sie nannte sie «radioaktiv» – zu untersuchen. Am 25. Juni 1903 bestand sie ihre Doktorprüfung. Pierre Curie nahm an den Arbeiten seiner Frau regen Anteil. Beide berichteten in zahlreichen Arbeiten über ihre Entdeckungen. Noch im gleichen Jahr erhielten Becquerel und das Ehepaar Curie gemeinsam den Nobelpreis für Physik. Trotzdem sie nicht auf Rosen gebettet waren, verzichteten sie auf Patente für die Herstellungsverfahren von Radium und stellten die Ergebnisse ihrer Arbeiten der Allgemeinheit zur freien Verfügung.

Bald mussten beide die schlimme Erfahrung machen, dass die radioaktiven Strahlen dem Menschen gefährlich sind. Aber in selbstloser Weise machten sie sogar an sich selber Versuche.

Ein harter Schlag traf Madame Curie, als ihr Mann im April 1906 von einem Pferdefuhrwerk überfahren und getötet wurde. Sie forschte aber weiter und trat als erster weiblicher Professor an der Sorbonne die Nachfolge ihres Gatten an.

1911 erhielt Madame Curie – sie ist die Einzige, der bisher eine solche Ehre zufiel – einen zweiten Nobelpreis, denjenigen für Chemie. Im folgenden Jahr wurde in Paris das Curie-Institut vollendet, doch konnte der Betrieb erst nach dem Krieg aufgenommen werden. Madame Curie stand darin der Abteilung «Radioaktive Forschung» vor.

Dem Ehepaar Curie waren zwei Töchter geschenkt. Irene, die ältere, wurde ebenfalls Physikerin, heiratete den Physiker Joliot, die zusammen kurz vor dem Tod von Madame Curie und zu ihrer grossen Freude abermals den Nobelpreis für Physik gewannen. Madame Curie starb am 4. Juli 1934 als Opfer der dauernden Radium-Bestrahlungen an Blutzersetzung.

Man weiss, dass Madame Curie vermutet hatte, Radioaktivität hänge mit einer Atomumwandlung zusammen. Sie sprach aber die Vermutung in ihren Werken nie aus. Rutherford tat dies als Erster. Madame Curies Arbeiten leiteten jedoch das Atomzeitalter ein.

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