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Hubert Cecil Booth




(1871–1955)

Am 4. Juli 1871 kam Hubert Cecil Booth als sechstes Kind des Holzhändlers Abraham in Gloucester zur Welt. Er studierte Bauingenieur, arbeitete in einer Schiffbauanstalt und kam dann zu einer Firma, die Riesenräder baute, darunter auch das heute noch in Wien bestehende. Booth wandte dabei zum ersten Mal eine Berechnungsmethode an, bei der er eine gewisse Verformung zuliess. Kurz nachdem er ein eigenes Ingenieurbüro eröffnet hatte, bekam er den Auftrag, die Montagearbeiten einer grossen Brücke über Loch Etive in Schottland zu überwachen.

Im Jahre 1901 wohnte Booth in der St. Pancras Station in London der Vorführung eines Amerikaners bei, der eine Maschine zeigte, mit der Eisenbahnpersonenwagen gereinigt werden sollten, indem durch eine Düse Pressluft durchgeblasen wurde. Booth gefiel dieses «Staubaufwirbeln» nicht und sagte dem Erfinder, ob es nicht besser wäre, den Staub zu saugen. Dieser erwiderte, er habe es versucht, aber es sei nicht gegangen. Zu Hause kniete Booth auf den Teppich, breitete sein Taschentuch aus und sog an dessen Oberseite. Zu seiner grossen Befriedigung sah er, dass das Taschentuch auf der Unterseite vom Staub dunkel geworden war. Am folgenden Tag machte er sich ans Entwerfen. Noch im gleichen Jahr erhielt er das Patent für einen Staubsauger, bei dem der Staub in einem Stoffsack zurückgehalten wurde.

Zwar hatte Booth sein Versuchsmodell mit einem Elektromotor angetrieben, doch war zu jener Zeit ein Haus mit einem Elektrizitätsanschluss eine grosse Seltenheit. Booth wusste einen Ausweg. Die von ihm gegründete British Vacuum Company (BVC) baute fahrbare «Vakuum-Reiniger», anfänglich von Pferden gezogene Wagen, auf denen eine von einem Benzinmotor angetriebene Vakuumpumpe installiert war. Die fünf köpfige Bedienungsmannschaft rückte auf Bestellung wie die Feuerwehr aus und holte über aussen an den Häusern und durch die Fenster hochgezogene Schläuche den Staub aus Wohnungen und Kontoren. Die Zahl dieser Staubsaugerfahrzeuge – später waren es Automobile – wurde mit der Zeit stark vermehrt.

Auch für die Krönungsfeierlichkeiten König Eduards VI. in der Westminsterabtei zu London wurde Booths Staubsaugerequipe aufgeboten. Das machte sein Unternehmen so bekannt, dass er ab und zu bei Teegesellschaften eine Staubsaugerdemonstration durchzuführen hatte. Im Buckinghampalast sowie im Schloss Windsor musste die BVC ortsfeste Staubsaugeanlagen einrichten.

Das Unternehmen unterhielt aber nicht nur den Reinigungsdienst. 1904 baute es den ersten tragbaren Staubsauger, einen mechanisch angetriebenen, bei dem eine Magd mithilfe einer Handkurbel die Vakuumpumpe anzutreiben hatte, während eine zweite Magd mit dem düsenbehafteten Saugschlauch arbeitete.

Der Ruf des Booth'schen Staubsaugers stieg beträchtlich, als eines Tages ein Reinigungstrupp von der Polizei angehalten und in die staatliche Münzstätte zurückbeordert wurde. Dort hatte er nämlich Reinigungsarbeiten besorgt, und nach der Wegfahrt hatte man festgestellt, dass selbst der Goldstaub aufgesogen worden war. Daher mussten die Leute den Inhalt der Staubsäcke zurückbringen!

Booth bezeichnete seine Haushaltstaubsauger als lustige Spielzeuge. Das hatte wohl auch seine Berechtigung, bis um 1923 der elektrische Haushaltstaubsauger seinen Eroberungsfeldzug antrat.

Booth besass die bemerkenswerte Gabe, dass er jedes technische Problem, das er anpackte, auch einer Lösung zuführte. In allem war er peinlich genau, weshalb seine Konstruktionen reif waren. Seine Rechtschaffenheit und sein Charme trugen dazu bei, dass er überall beliebt war und geachtet wurde.

Booth heiratete 1903. Sein Ingenieurbüro betrieb er bis 1941, und die Leitung der BVC behielt er sogar bis 1952. Zuletzt wohnte er in Croydon, wo er, betrauert von zwei Söhnen, am 14. Januar 1955 starb.

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