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The Google-Story




The Google-Story und Innovationspreise 2007

Fotogalerie: Soirée électrique und Innovationspreise 2007

Am 30. Oktober 2007 fand an der ETH Zürich eine weitere Soirée électrique statt, die wie gewohnt gemeinsam vom Studenten-Fachverein AMIV und Electrosuisse durchgeführt wurde. Nach dem Gastreferat von Google-Mitarbeiterin und EPFL-Professorin Monika Henzinger wurden die diesjährigen Innovationspreise verliehen. Hannes Hug, Moderator bei DRS 3, führte durch den Abend.

Entstehung der Suchmaschine Google
Google begann in den 1990er-Jahren als Forschungsprojekt zweier Doktoranden der Universität Stanford. Damals gab es nur «First Generation»-Suchmaschinen, die zwar den Text indizieren, die Ergebnisse aber überhaupt nicht sinnvoll sortieren konnten. Die verschiedentlich verwendete Methode, die Qualität von Webseiten an der Anzahl der Hyperlinks zu messen, die darauf verweisen, erwies sich als kein gutes Kriterium, da Links von Seiten von Freunden das gleiche Gewicht hatten wie Empfehlungen von renommierten grösseren Sites. Hier setzt der Algorithmus von Sergey Brin und Larry Page an. Jede Seite erhält einen «Page Rank»-Wert, der ihre Qualität und Popularität wiedergibt. Bei dessen Berechnung werden die Seiten rekursiv durchlaufen und der «Page Rank»-Wert der verlinkenden Seite beeinflusst jeweils denjenigen des Linkziels.

Eine weitere Innovation von Google gegenüber den damaligen Suchmaschinen war die Google-Homepage. Während andere Anbieter ihre Startseiten mit Links und Werbung füllten, sagte sich Google «Weniger ist mehr» und beschränkte sich auf ein Suchfeld und einen Button. Da das Budget des Projekts sehr beschränkt war, wurde Google zunächst auf wenigen, normalen PCs betrieben. Auch heute werden noch normale PCs mit billigsten Komponenten verwendet, da sie pro Rechenleistung viel günstiger sind als Supercomputer. Allerdings sind wichtige Hilfsmittel hinzugekommen, die die Verwaltung der unzähligen Rechner vereinfachen, etwa das speziell auf die Bedürfnisse zugeschnittene Dateisystem «Google File System».

Gründung und Etablierung von Google Inc.
Das an der Stanford University durchgeführte Projekt wurde mit einer Demo-Suchmaschine und einer Patentanmeldung abgeschlossen. Brin und Page boten dann führenden Suchanbietern die Lizenzierung ihres Algorithmus an, stiessen aber nirgends auf Interesse. Sie beschlossen, das Projekt selbst weiterzuführen. Der erste Investor war Andy Bechtolsheim, der ihnen einen Scheck über 100 000 US-Dollar ausstellte; weitere folgten. Mit einem Startkapital von etwa 1 Million Dollar gründeten sie Google Inc. und bezogen Räume im Haus eines Freundes. Sie kauften ständig neue Rechner, um die zunehmenden Suchanfragen verarbeiten zu können. Im Juni 1999 erhielt Google 25 Mio. US-Dollar Venture Funding.

Die Entwicklung bis heute
In den folgenden Jahren nahmen die Suchanfragen weiterhin exponentiell zu. Parallel dazu wuchs auch Google Inc. exponentiell. Aus Partnerschaften mit Firmen wie Yahoo und AOL ergab sich ein gewisses Einkommen; zudem wurde im Jahr 2000 das Google AdWords-Programm als Einnahmequelle gestartet. Dieses setzt auf reine Textanzeigen; die Inserenten bezahlen pro Klick auf ihre Anzeigen. Im Jahr 2001 gewann die Vergrösserung des Suchindex an Bedeutung, da die Anzahl durchsuchbarer Websites oft als Vergleichszahl für Suchmaschinen angegeben wurde. Daneben nahm Google immer wieder neue Dienste in Betrieb, wie etwa die Usenet-Suche oder Google Earth. Gelegentlich wurden auch Firmen aufgekauft, unter anderem Deja.com, Blogger, YouTube und Endoxon. Ab 2002 wurden regelmässig Infrastrukturprojekte gestartet, um technisch den künftigen Herausforderungen gewachsen zu sein. Das Unternehmen schreibt seit 2001 schwarze Zahlen und hat heute einen Umsatz von etwa 4 Mia. US-Dollar. Der Marktanteil der Suchmaschine beträgt in den USA 57%.

Firmenphilosophie
Google wollte nie nur eine Suchmaschine sein, sondern auch andere Dienste anbieten, über die man einfach an die gewünschten Informationen gelangt. Dies spiegelt sich im Firmenmotto wieder, das seit 1998 unverändert gilt: «Organize the world's information and make it universally accessible and usable.»  Die Firma begann mit einer Textsuchmaschine, machte aber bald auch Bilder über die Suche zugänglich und speichert heute Videos, E-Mails, Blogs, Landkarten und vieles mehr. Google fördert die Innovation, indem firmenintern Ideen gesammelt und die besten davon umgesetzt werden. Die Firma ist bekannt für angenehme Arbeitsbedingungen und lässt den Mitarbeitenden die Freiheit, 20% ihrer Arbeitszeit für persönliche Projekte zu verwenden. Dennoch wird starkes Engagement und zielstrebiges Arbeiten gefordert.

Verleihung der Innovationspreise 2007 von Electrosuisse
Nach dem Vortrag begab sich das Publikum in die Haupthalle, wo Prosecco und Häppchen bereitstanden und man sich über die für die Innovationspreise nominierten Projekte infor-mieren konnte. Hannes Hug interviewte kurz die Verantwortlichen einer jeden Arbeit. Er liess sich die für Laien zum Teil schwer verständlichen Projekte erklären und stellte Fragen zum Erreichten und zu den weiteren Schritten. Nach einer kurzen Ansprache von Klaus Fröhlich, Professor für Energietechnik an der ETH Zürich, begann die offizielle Preisverleihung. Die Innovationspreise sind für jede Fachrichtung mit je CHF 10'000 dotiert.

Der Innovationspreis für Projekte im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik wurde an Arnaud Guichard und Alain Crevoisier verliehen, die an der HEIG-VD ein «Plateau musical interactif» entwickelt haben. Im Bereich der Energietechnik wurde der Innovationspreis an eine Arbeit, die an der ETH Zürich entstanden ist, vergeben. Gaudenz Koeppel nahm für seine Dissertation «Reliability Considerations of Future Energy Systems: Multicarrier Systems and the Effect of Energy Storage» den Preis entgegen.

Kleine Preise für Studierende
Wie immer am Ende der Soirée électrique wurden auch dieses Mal unter den angemeldeten Studierenden Preise verlost. Gleich 6 Google-Accessoires konnten den glücklichen Gewinnern übergeben werden.

Martin Zoller, AMIV-Blitz

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