(1865–1943)
Schon Faraday hatte vermutet, dass Licht im Magnetfeld Beeinflussungen erleide. Wesentlich bestimmter sagte der Holländer Hendrik Antoon Lorentz die Aufspaltung der Spektrallinien im Magnetfeld voraus. Der Belgier Charles Jean Baptist Fievey nahm die Erscheinung möglicherweise schon 1886 wahr, doch fehlen darüber zuverlässige Anhaltspunkte.
Der sichere Nachweis des Phänomens gelang indessen dem am 25. Mai 1865 in Zonnemaire geborenen Schüler von Lorentz, Pieter Zeemann. Er stellte eine «Na-Flamme» zwischen die Pole eines starken Magneten und erkannte, dass sich die gelbe Spektrallinie beim Einschalten des Magneten stark verbreiterte (Zeemann-Effekt). Lorentz vertrat aufgrund seiner Elektronen-Theorie die Auffassung, das Licht werde im Magnetfeld polarisiert. Zeemann wies später nach, dass die Ränder der verbreiterten Spektrallinie in der Tat aus polarisiertem Licht bestehen.
Im Jahre 1902 wurde H. A. Lorentz und Pieter Zeemann für die Entdeckung des «Zeemann-Effektes» gemeinsam der Nobelpreis zugesprochen. Das Phänomen wird heute u. a. in der Astronomie bei der Untersuchung magnetischer Effekte auf der Sonnenoberfläche und bei der modernen physikalischen Chemie benutzt.
Später beschäftigte sich Zeemann mit der Absorption elektrischer Wellen in Flüssigkeiten und immer wieder mit magnetooptischen Problemen; er verfasste darüber auch einige Bücher.
Zeemann hatte 1893 zu Leyden promoviert, wurde 1897 Lektor und drei Jahre später Professor der Physik an der Universität Amsterdam. Er starb dort am 9. Oktober 1943.