(1720–1779)
25 Kinder aus zwei Ehen hatte Ratsherr und Säckelmeister Heinrich Sulzer in Winterthur. Das jüngste war der am 16. Oktober 1720 geborene Johann Georg. Als er 14 Jahre alt war, starben seine beiden Eltern am gleichen Tag an Fleckfleber.
Obwohl es den Jungen zur Naturwissenschaft zog, musste er Pfarrer werden. Er lebte bei Pfarrer Christoph Gessner in Zürich, wo er mit dessen Sohn, dem nachmaligen Naturforscher Johann Gessner, sowie mit Johann Jakob Scheuchzer bekannt wurde. Diese Männer halfen ihm weiter. Nach einer einzigen Vikariatsstelle wandte er sich von der Theologie ab, wurde Hauslehrer an deutschen Fürstenhöfen. 1745 kam er nach Berlin, lernte dort Euler kennen, wurde Mathematikprofessor und bald darauf Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften. Neben den Naturwissenschaften interessierte sich Sulzer auch für das Schöne, und er verfasste eine «Theorie der schönen Künste». Dies trug ihm unter den Sulzern den Beinamen «der Ästhetiker» ein.
Aus dem Briefwechsel mit Albrecht Haller weiss man, dass Johann Georg Sulzer im Jahre 1752 bei Selbstversuchen feststellte, dass, falls zwei verschiedene Metalle mit der Zunge in Berührung kommen, Geschmacksempfindungen ausgelöst werden. Er führte diese Erscheinung auf «Vibrationen» zurück, ging der Sache aber nicht nach. In Tat und Wahrheit hatte Sulzer galvanische Ströme beobachtet, die dann Galvani 28 Jahre später (1880) an FroschschenkeIn entdeckte.
Johann Georg Sulzer, der unter seinen Zeitgenossen als einer der universalsten, tiefsinnigsten und liebenswürdigsten Philosophen galt, starb am 27. Februar 1779 in Berlin.
Seine älteste Tochter, Elisabeth, heiratete den Dresdener Hofmaler Anton Graff, von dem das oben wiedergegebene Porträt stammt.