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Gaston Planté




(1834–1889)

Zweimal wurde das Prinzip des Akkumulators entdeckt, aber auch zweimal geriet die Idee in Vergessenheit. Um 1800 hatte der Schlesier J. W. Ritter mit Volta-Säulen experimentiert und dabei gewissermassen die Urzelle des Akkumulators entdeckt. 60 Jahre später (1859) legte dann Gaston Planté der Académie des Sciences seine Arbeit über «Polarisation voltaïque» vor. 1860 folgten «Notes» über die praktische Verwendung des Polarisationsstroms und im März des gleichen Jahres eine Beschreibung der «pile secondaire», wie er die Einrichtung nannte. Da aber der praktischen Anwendung damals noch keine Bedeutung zukam – man konnte elektrische Ströme nur mit Elementen erzeugen, und Plantés Akkumulatoren wurden jeweilen mithilfe von 2 Bunsen- oder 3 Daniell-Elementen geladen –, wurde der Akkumulator ein zweites Mal vergessen.

Erst die Erfindung des dynamoelektrischen Prinzips änderte die Sachlage. Planté traf Mitte der 1870er-Jahre, also etwa 10 Jahre, nachdem Pacinotti und Siemens ihre Erfindungen gemacht hatten, mit Gramme zusammen, der 1871 seinen Ringanker herausgebracht hatte. Planté erkannte die Bedeutung dieser Entwicklungen und machte im Jahre 1879 in seinem Werk «Recherches sur l'Electricité» mit Erfolg auf seinen 1859 erfundenen Akkumulator aufmerksam.

Gaston Planté, Sohn einer südfranzösischen Familie, wurde am 22. April 1834 in Orthez geboren. Als er 6 Jahre alt war, zog die Familie nach Paris, um den Kindern bessere Schulungsmöglichkeiten zu bieten. Der ungemein vielseitige Gaston, ein guter Zeichner, musikbegabt, studierte Literatur, Naturwissenschaften, Mathematik und Physik. Von 1854 bis 1859 wirkte er als Präparator am Conservatoire des Arts et Métiers. 1858 musste er Kaiser Napoleon III. und seiner Gemahlin elektrische Experimente, unter anderm die Rhumkorff'sche Maschine, vorführen. 1860 wurde er Professor der Physik. In den 1870er-Jahren gelang ihm die Erzeugung einer Spannung von 200 000 V.

Planté war ein Wissenschaftler, der seine Entdeckungen und Erfindungen nie durch Patente schützte. Da er fürchtete zu erblinden, lernte er die Brailleschrift. 1885 wurde er kränklich und starb am 21. Mai 1889.

Welche Bedeutung der Erfindung Plantés heute zukommt, erkennt man daran, dass täglich weit über eine Million Akkumulatorenzellen die Produktion verlassen, um in Motorfahrzeugen, im Telefonbetrieb, als Notstromquellen usw. verwendet zu werden.

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