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Niklaus August Otto




(1832–1891)

Noch in den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es ausser Wasserrädern und Dampfmaschinen keine Kraftmaschinen. Vor allem fehlte eine Maschine kleiner bis mittlerer Leistung für Gewerbebetriebe.

1859 erhielt der Franzose Etienne Lenoir das Patent auf einen Gasmotor, bei dem «Luft durch die Verbrennung von Leuchtgas ausgedehnt wird». 1860 vernahm der in Köln wohnende, 28-jährige Handlungsgehilfe Niklaus August Otto aus der Zeitung von diesem Motor und machte sich selber an die Konstruktion einer Maschine. Im folgenden Jahr liess er sich ein kleines Vierzylinder-Viertakt-Maschinchen bauen. Doch die Ausführung war unzulänglich, da das Material den durch die Explosionen bedingten Beanspruchungen nicht gewachsen war. Er musste deshalb auf eine atmosphärische Gasmaschine zurückgreifen, bei der der Luftdruck die eigentliche Arbeit leistete. 1864 lernte Otto den jungen Ingenieur Eugen Langen kennen, der ihm die Maschine so verbesserte, dass die von ihnen gegründete Firma N. A. Otto & Co. ein erstes Exemplar verkaufen konnte. Auf Anraten von Prof. Releux entschlossen sich die beiden, den Motor 1867 an der Weltausstellung in Paris zu zeigen. Die vom Preisgericht durchgeführten Versuche ergaben, dass der Brennstoffverbrauch weniger als einen Drittel der Maschinen Lenoirs betrug, was ihnen neben der Goldmedaille zahlreiche Bestellungen aus aller Welt eintrug.

Neue Schwierigkeiten waren zu überwinden. Wieder wechselte die Firma ihren Namen. 1872 folgte die Gründung der Gasmotorenfabrik Deutz AG. Neue Mitarbeiter, wie Daimler und Maybach, trugen zur Entwicklung bei.

1875 gelang dann Otto der Bau der mit Benzin betriebenen, liegenden Viertaktmaschine, die seinen Ruhm begründete. Das Patent datiert vom 4. August 1877. Im Jahr 1878 konnte der neue Motor wieder an einer Weltausstellung in Paris vorgeführt werden. Vier Jahre später verlieh die Universität zu Würzburg dem Erfinder den Ehrendoktor der Philosophie.

Otto hatte beabsichtigt, für das Gewerbe und die Kleinindustrie einen brauchbaren konkurrenzfähigen Betriebsmotor zu schaffen. Inzwischen aber hatte der Elektromotor seinen Siegeslauf angetreten, was der Verbreitung des Benzinmotors nicht förderlich war. Dafür hat die beispiellose Entwicklung des Ottomotors das Automobil und damit unser ganzes Verkehrswesen in die Wege geleitet.

Vom Bauernsohn und einfachen Handlungsgehilfen hat sich Otto zum Erfinder und Industriellen heraufgearbeitet und mit seinem Motor die Voraussetzungen für den heutigen Strassenverkehr geschaffen. Er starb am 26. Januar 1891.

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