(1836–1915)
Peter Emil Huber wurde als Sohn eines Zürcher Seidenfabrikanten am 24. Dezember 1836 in (Zürich-) Riesbach geboren. Nach Besuch derZürcher Schulen und einem Welschlandaufenthalt bezog er im Herbst 1855 das neu gegründete Eidgenössische Polytechnikum. Mit dem Diplom eines Maschineningenieurs verliess er diese Schule 1858. In Paris ergänzte er sein Wissen am Conservatoire des arts et métiers und ging dann zu Gebrüder Sulzer nach Winterthur, wo er mit Charles Brown zusammentraf. Während eines längeren Aufenthaltes in England konnte er sich in diesem damals führenden Industrieland wertvolle Kenntnisse erwerben. Da sein Vater den eigenen Betrieb aufgegeben hatte, ging er nach seiner Rückkehr in die Schweiz zu Escher Wyss. Am 30. Juni 1863 gründete er mit dem bei Escher Wyss tätigen englischen Ingenieur M. M. Jackson die Giesserei-Firma P. E. Huber & Co.
Nach wenigen Jahren guten Geschäftsganges musste der Betrieb Ende 1867 wieder aufgegeben werden, da das billig auf den Markt geworfene Feinkorneisen dem langfaserigen Eisen den Markt abgrub. Während die Fabrik in die Hände der Firma Daverio, Siewerdt & Giesker überging, widmete sich Huber der Öffentlichkeit. Er wurde Gemeinderat in der Vorortsgemeinde Riesbach, setzte sich für einen grosszügigen Ausbau der Strassen und auch für den Bau der Quaianlagen ein. Mit aller Macht wehrte er sich gegen den Bau der Bahn von Tiefenbrunnen längs dem Seeufer nach der Enge und befürwortete die Tunnellösung. So mit Bahnfragen in Kontakt gekommen, wurde er Verwaltungsrat der Nordostbahn (NOB), später des Kreiseisenbahnrates III. Dann wirkte er bei der Gründung der Üetlibergbahn mit und verfocht gegen grossen Widerstand die Adhäsionsbahn. Etwas später leitete er die Gründung des Strassenbahnverbandes Zürich–Riesbach–Enge, der Zürcher Strassenbahngesellschaft (Rösslitram) und nach der Stadtvereinigung von 1893 der «Elektrischen Strassenbahn Zürich» in die Wege.
Als 1876 die Werkzeug- und Maschinenfabrik Oerlikon reorganisiert werden musste, wurde P. E. Huber Präsident des Verwaltungsrates. Er setzte sich für die Aufnahme neuer Fabrikationszweige ein, und 1884 gliederte er dem Betrieb eine elektrische Abteilung an. Zu deren Leitung berief er Charles Brown sen., der auch seine beiden Söhne, Charles und Sidney, mitbrachte. 1886 wurde die Maschinenfabrik Oerlikon von der Werkzeug- und Maschinenfabrik getrennt. Die berühmte Gteichstromübertragung von Kriegstetten nach Solothurn und vor allem die epochemachende Frankfurter Ausstellung mit der ersten Drehstrom-Hochspannungs-Übertragung Lauffen–Frankfurt festigten den Ruf des noch jungen Unternehmens. P. Huber kommt dabei das Verdienst zu, den Mut zum Wagnis gehabt und mit der AEG und Oskar von Miller, dem Initianten der Ausstellung, die nötigen Abmachungen getroffen zu haben. Der SEV ernannte im Jahre 1909 Peter Emil Huber zum Ehrenmitglied.
Für Peter Huber brachten die Jahre 1891/92 nicht nur Erfolge, sondern auch harte Schläge. Seine besten Kräfte, Charles Brown und Walter Boveri, machten sich selbstständig. Er selber erblindete an einem schweren Augenleiden, was ihn zum Rücktritt von der Geschäftsleitung zwang. Trotzdem wirkte er unermüdlich weiter, vor allem in Verwaltungsräten, so der AIAG (heute Alusuisse) und als Mitgründer der Kraftübertragswerke Rheinfelden.