(1824–1914)
Hittorf wurde am 27. März 1824 als Sohn eines Kaufmannes in Bonn geboren. Er studierte in Bonn, wo er Schüler Plückers war. Mit 22 Jahren doktorierte er und etablierte sich als Privatdozent an der Universität zu Münster in Westfalen. 1852 wurde er dort Professor der Chemie und Physik, welche Stellung er bis 1912 behielt und das wohl seltene Ereignis der 6O-jährigen Tätigkeit als Professor feiern konnte. Am 28. November 1914 starb er in Münster in Westfalen.
1852 entdeckte er, dass die Leitfähigkeit des Selens zunimmt, je heller es beleuchtet wird. Er ging dieser Sache aber nicht nach. Erst Arthur Korn und Alexander Graham Bell begannen diese Eigenschaft des Selens auszuwerten.
Die grössten Verdienste erwarb sich Hittorf auf dem Gebiete der Elektrochemie. Von 1853 bis 1859 widmete er sich Arbeiten über die Elektrolyse. Er untersuchte und erklärte die lonenwanderung unter dem Einfluss des elektrischen Stroms.
Zusammen mit seinem früheren Lehrer Plücker wies er 1864 nach, dass der gleiche Stoff bei verschiedenen Temperaturen Licht anderer spektraler Zusammensetzung aussendet. Offenbar durch Plücker angeregt, der 1859 die Kathodenstrahlen entdeckt hatte, befasste sich dann auch Hittorf mit diesen Strahlen und fand 1869, dass sie sich durch Magnetfelder ablenken lassen und sich dabei ähnlich verhalten wie stromdurchflossene Leiter.