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Friedrich von Hefner-Alteneck




(1845–1904)

Wie schwierig es in der Frühzeit der Elektrotechnik war, Messungen auszuführen, könnte man ermessen, wenn man heute vor die Aufgabe gestellt würde, z. B. die Stärke eines Bratenduftes mit derjenigen einer Rose zu vergleichen. So wie noch heute alle Massstäbe für ein solches Unterfangen fehlen, so fehlten sie seinerzeit nicht nur für die Elektrotechnik, sondern auch für die Lichttechnik. Es war von Hefners Verdienst, für die Lichtstärke eine zwar sehr willkürlich definierte Norm aufgestellt zu haben, sie lautete:

Eine Kerzenstärke wird erzeugt von einer Amylacetat-Flamme von 40 mm Höhe bei Verwendung einer Dochtstärke von 8 mm.

Von Hefners Vorschlag, 1889 aufgestellt, wurde 1897 international angenommen und blieb bis 1941 in Gebrauch.

Von Hefner wurde am 27. April 1845 in Aschaffenburg geboren, durchlief die Schulen in München, wo er an der Technischen Hochschule sein Studium begann. Dann wechselte er an das Eidgenössische Polytechnikum in Zürich, wo Prof. Zeuner auf ihn aufmerksam wurde. Als Hefner, tief beeindruckt von den von Siemens an der Weltausstellung von 1867 in Paris gezeigten Apparaten, sich um eine Konstrukteur-Stelle bei dieser Firma bewarb, wurde er abgewiesen. Er musste als Arbeiter eintreten, und erst auf die Fürsprache Zeuners hin konnte er eine seiner Bildung entsprechende Tätigkeit aufnehmen. 1872 erfand von Hefner den Trommelanker und stieg in der Folge zum Chefkonstrukteur der Firma auf. Auf einer Anregung Werner von Siemens' basierend, konstruierte er 1878 die Differenzialbogenlampe. Erst dank dieser Steuerung wurde ein kontinuierlicher und ruhiger Betrieb der Bogenlampe ermöglicht, was wesentlich zu ihrer Verbreitung beitrug.

Als Werner von Siemens im Jahre 1890 das Geschäft seinen Söhnen übergab, schied auch von Hefner aus. Später wurde er in den Aufsichtsrat der AEG berufen. Im Jahre 1897 verlieh ihm die Technische Hochschule München den Ehrendoktor, und die Berliner Akademie der Wissenschaften ernannte ihn zu ihrem Mitglied. Von Hefner starb am 7. Januar 1904 in Berlin.

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