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Hans Wilhelm Geiger




(1882–1945)

Seit man die Radioaktivität kennt, die Höhenstrahlung erforscht, namentlich aber seit man sich mit der Verwertung der Kernenergie beschäftigt, ist man daran interessiert, Strahlungen feststellen und ihre Intensität messen zu können. Das ist mit dem Geiger-Müller-Zählrohr möglich; die Geigerzähler, wie sie kurz genannt werden, haben eine weite Verbreitung gefunden.

Hans Geiger, am 30. September 1882 in Neustadt a/H. geboren, studierte in München und Erlangen Physik. Von 1906 bis 1912 war er Assistent Rutherfords am physikalischen Institut in Manchester. Während dieser Zeit entwickelte Rutherford sein Atommodell, einen Vorläufer des Bohr'schen. Zusammen mit Rutherford bestimmte Geiger die Zahl der von einem Gramm Radium pro Sekunde ausgesandten Alpha-Teilchen und die Halbwertzeit. Dazu benützte er eine Weiterentwicklung der Ionisationskammer, mit der zum ersten Mal einzelne Alpha-Teilchen nachgewiesen werden konnten. 1911 stellten Geiger und Nuttal das nach ihnen benannte Gesetz auf, das den Zusammenhang zwischen der Reichweite der Alpha-Strahlen und der Halbwertzeit wiedergibt. 1912 über nahm Geiger die Leitung des Laboratoriums für Radioaktivität der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin. Dort führte er seine Arbeiten weiter. 1925 gelang ihm unter Verwendung des Spitzenzählers zusammen mit einem Mitarbeiter der Nachweis von Koinzidenzen.

Im gleichen Jahr nahm Geiger einen Ruf an das physikalische Institut der Universität Kiel an, wo er 1928 gemeinsam mit seinem Schüler Walter Müller die erste Arbeit über das Zählrohr veröffentlichte. Heute werden Zählrohre in der ganzen Welt benutzt und haben dazu beigetragen, dass gewisse Zusammenhänge abgeklärt werden konnten. Sie spielen aber auch eine wichtige Rolle bei den Sicherheitsvorkehren in Kernlaboratorien und Kernkraftwerken.

1929 zog Geiger nach Tübingen und 1936 schliesslich an die Technische Hochschule in Berlin-Charlottenburg. Die Royal Society verlieh ihm 1938 die Hughes-Medaille für seine Erfindung.

Geiger hat sowohl in England als später auch in Deutschland zahlreiche Berichte veröffentlicht. Eine schwere Erkrankung behinderte seinen Unternehmungsgeist in den letzten Lebensjahren. So geschwächt, war er der Vertreibung aus seinem Haus nach dem Kriegsende nicht mehr gewachsen. Er starb am 24. September 1945 in Potsdam.

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