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Benjamin Franklin




(1706–1790)

Wohl selten ist ein Name so bekannt wie der Benjamin Franklins, des Erfinders des Blitzableiters. Aber ist damit seiner Bedeutung Rechnung getragen? Kaum! Zwar hat er um 1746 die elektrischen Entladungen an Spitzen erkannt und daraus in richtiger Erkenntnis den Blitzableiter erfunden. Wie sich später herausstellte, taten das aber offenbar vor ihm schon verschiedene andere. So zeigt man im Schloss Duino an der dalmatinischen Küste eine hohe Eisenstange am Schlossturm, an der die Wächter bei gewitterigem Wetter mit einer Hellebarde prüften, ob Feuer entstand, und wenn dies der Fall war, eine Glocke zu läuten hatten. Doch sogar im vorchristlichen Altertum sollen ägyptische Priester Blitzauffangstangen verwendet haben. Das schmälert aber das Verdienst Franklins in keiner Weise. Dass frühere Entdeckungen und Erfindungen wieder in Vergessenheit geraten konnten, diejenige Benjamin Franklins jedoch nicht mehr, verdanken wir der inzwischen erfolgten Erfindung des Buchdrucks.

Benjamin Franklin, am 17. Januar 1706 bei Boston als 17. Kind eines Färbers und Lichtziehers geboren, lernte bei einem Stiefbruder das Buchdruckergewerbe. Später gründete er selber eine Buchdruckerei und hatte dabei Gelegenheit, Schriften von Watson und Ellicot über elektrische Versuche zu lesen. Für diese interessierte er sich so stark, dass er sich 1747 von einem Freund Glaszylinder aus England senden liess, mit denen er experimentieren konnte. Die Elektrizität faszinierte ihn derart, dass er sich von seinem Verlag – er gab unter anderem den «Poor Richardts Almanach» heraus – zurückzog, um sich seinen Studien zu widmen.

Für die Wissenschaft weit bedeutungsvoller als die Erfindung des Blitzableiters ist seine «Theorie der Einheit des elektrischen Flusses» und seine These von der «Existenz des Elektrons», das 150 Jahre später (1897) von J. J. Thomson entdeckt, aber als «geladenes Teilchen mit einer Masse ungefähr eines Tausendstels des Wasserstoffatomes» definiert wurde. Franklin dagegen verstand unter seinem «Elektron» ein «Atom der Elektrizität», wobei die Ladung positiv oder negativ sein konnte; wahrhaft eine grossartige Konzeption, die sich in der Folge auch als richtig herausstellte.

Benjamin Franklin war aber auch ein grosser Bürger; er gründete eine philosophische Gesellschaft, ferner die Akademie, aus der später die Universität Pennsylvaniens enstand. In seiner Wahlheimat, der Stadt Philadelphia, gründete er die erste Polizei, schuf die erste Feuerwehr in Amerika. Schliesslich war Franklin auch ein angesehener und populärer Staatsmann. 1736 wurde er Mitglied des Generalrates von Pennsylvanien, 1754 Delegierter dieses Staates im Rat aller Kolonien. 1757 bis 1776 vertrat er die Kolonien in London und von 1776 an, während 9 Jahren, die neu gegründeten «Vereinigten Staaten von Amerika» in Paris als Gesandter. Nach Amerika zurückgekehrt, wirkte er zuletzt noch als Verfassungsrat. Am 17. April 1790 starb er in Philadelphia, wo sein Andenken noch heute in hohen Ehren steht.

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