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Michael Faraday




(1791–1867)

Michael Faraday wurde am 22. September 1791 in Newington, einem Vorort Londons, als Sohn eines Schmiedes geboren. Als 12-Jähriger wurde er Zeitungsverkäufer; später trat er in eine Buchbinderlehre. Dabei las er, was er einzubinden hatte, und begeisterte sich für alles, was mit Chemie zusammenhing. Mit Pennystücken, Zinkblechabfällen, Karton und Pappscheiben bastelte er sich eine Volta'sche Säule und bekam Strom genug für Versuche. Von einem Kunden des Buchladens, der sah, mit wie viel interesse Faraday wissenschaftliche Berichte las, erhielt er Eintrittskarten zu Vorträgen von Humphrey Davy in der Royal Institution. Faraday machte sich sorgfältig Notizen, band diese in Leder und sandte sie Davy mit dem Gesuch um eine Anstellung.

Am 1. März 1813 trat er für ein Monatsgehalt von 25 Schilling eine Stelle als Laborgehilfe an. Noch im gleichen Jahr musste er Davy auf einer Europareise begleiten; dabei machte er in Paris die Bekanntschaft Ampères, der ihn u. a. auf die Versuche Oersteds aufmerksam machte. Nach der Rückkehr nach London hatte er für Davy chemische Versuche zu machen, so über Verflüssigung von Chlor (1823), Ammoniak und Kohlensäure; 1825 entdeckte er das Benzol. Durch seine sorgfältigen Arbeiten erwarb er sich Anerkennung und galt als Wissenschaftler. Nach Rücktritt Davys wurde er als dessen Nachfolger Labordirektor der Royal Institution und 8 Jahre später sogar Chemieprofessor.

Schon 1821 hatte er, basierend auf Arbeiten von Ampère und Oersted, eine Geschichte des Elektromagnetismus geschrieben und die elektrischen Versuche wiederholt. Er ahnte, dass, wenn ein elektrischer Strom eine Magnetnadel beeinflussen könne (Oersted), es auch möglich sein sollte, mit einem Magneten Elektrizität zu erzeugen. 1822 notierte er sich in seinem Notizbuch: «Verwandle Magnetismus in Elektrizität.» Unermüdlich studierte er. Unter seinen zahlreichen Entdeckungen sei das elektrochemische Äquivalenzgesetz genannt, das besagt, dass bei chemischen Zersetzungsvorgängen die ausgeschiedene Stoffmenge proportional der durchgegangenen Elektrizitätsmenge ist. Er prägte die Begriffe des «Ions», des elektrischen und des magnetischen Feldes und später der Dielektrizitätskonstanten.

Am 29. August 1831 gelang es ihm, die sich selbst gestellte Aufgabe zu lösen: Die Entdeckung elektrodynamischer Induktion. Seine Versuchsanordnungen bestanden aus:

a) Drahtwicklungen zwischen den Polen eines Magneten; beim Ein- und Ausschalten des Stroms in den Drahtwindungen drehte sich die Spule.
b) Von zwei getrennten Winklungen auf einem Eisenring war die eine mit einem Galvanometer, die andere mit einer Stromquelle verbunden. Beim Ein- bzw. Ausschalten des Stroms zeigte das Galvanometer Ausschläge ungleicher Richtung.

Damit hatte Faraday gewissermassen auf einen Schlag die Grundlagen für die Dynamomaschine, für die er auch ein Modell baute, für den Elektromotor und für den Transformator gefunden.

Doch auch damit erschöpfte sich seine fruchtbringende Tätigkeit nicht. Er stellte eine Hypothese auf über die elektromagnetische Natur des Lichtes, die später durch Maxwell theoretisch untermauert wurde. An seine Arbeiten erinnert u. a. der «Faradaysche Käfig».

Faraday war ein Meister des Experiments. Mit Davy zusammen gilt er als Begründer der Elektrochemie. Für die Elektrotechnik hat er aber in mehrfacher Beziehung Fundamentales geleistet.

Die Einheit der Kapazität (Farad) erhielt zu seiner Ehrung diesen Namen.

Trotz aller Erfolge blieb Faraday stets ein einfacher und bescheidener Mann. Er lebte in kinderloser, aber glücklicher Ehe. Die intensive anstrengende Forscherarbeit griff aber seine Kräfte an. Im Jahre 1860 musste er von seinem Amte zurücktreten, da ihn sein Gedächtnis im Stich liess. Er starb am 25. August 1867 in Hampton Court, wo ihm Prinz Albert eine Wohnung zur Verfügung gestellt hatte.

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