(1818–1896)
Emil Du Bois-Reymond wurde am 7. November 1818 in Berlin geboren und starb am 26. Dezember 1896 in Charlottenburg. Sein Vater, ein Neuenburger Uhrmacher, wanderte nach Berlin aus und leistete Kriegsdienste für den Preussenkönig. ln der Folge wurde er Beamter und stieg bis zum geheimen Regierungsrat auf. Als solcher behandelte er die «Neuenburger Angelegenheit», in der Schweiz bekannt unter dem «Neuenburger Handel». Seinen Sohn Emil schickte er ins französische Gymnasium in Berlin und für ein Jahr nach Neuenburg. Nach der Matura interessierte sich dieser für alle möglichen Fachgebiete. Erst 1839 entschloss er sich zum Medizinstudium. Sein Physiologie-Professor, Joh. Müller, hiess ihn die Froschschenkelversuche Galvanis wiederholen, und so musste er sich mit Elektrizität befassen. Seine Dissertation handelt über Untersuchungen an Froschschenkeln und elektrischen Fischen.
Später arbeitete Du Bois-Reymond unter Faraday an der Royal lnstitution in London. Wieder nach Berlin zurückgekehrt, entdeckte er bei Versuchen, dass zwischen den Händen ein Strom zu fliessen beginnt, wenn man nur die Absicht hat, sie zu bewegen. Die Entdeckung und Erforschung dieser Aktionsströme, die alle Muskel-, Nerven- und Drüsentätigkeiten begleiten, ist seine wissenschaftliche Hauptleistung. Die Apparate musste er zu jener Zeit selber entwerfen und teils auch bauen. Später besorgte ihm das ein hervorragender Mechaniker namens Halske. Du Bois-Reymond stellte ihn anlässlich eines Vortrages in der Physikalischen Gesellschaft Werner Siemens vor. Nicht viel später trat Halske in das Siemens'sche Unternehmen ein, und bald darauf kam es zur Gründung der bekannten Firma Siemens & Halske.
Alexander von Humboldt interessierte sich stark für die Arbeiten Du Bois-Reymonds, und auf seine Empfehlung hin wurde Du Bois 1851 als Mitglied in die Berliner Akademie aufgenommen.
1858 folgt Du Bois-Reymond seinem Lehrer auf den Lehrstuhl für Physiologie. 20 Jahre später wurde er, ein Mediziner, Vorstand des Physikalischen Institutes der Universität Berlin.
Du Bois-Reymond, trotz etwas gedrungenem Körperbau ein Turner und Schlittschuhläufer, war ein beliebter Lehrer, ein vollendeter Redner, ein glänzender Schriftsteller und ein begabter Zeichner. Der Berliner Akademie diente er als ständiger Sekretär und war lange Zeit Rektor der Universität. Berühmt waren seine teils öffentlichen Vorlesungen über fast alle Wissensgebiete an der Universität und in der Naturforschenden Gesellschaft.