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Jean Maurice Emile Baudot




(1845–1903)

Bei der Übertragung von Information spielen neben der Übertragungsgeschwindigkeit – Läufer, Reiter, Schallgeschwindigkeit für Rufzeichen, Lichtgeschwindigkeit für Lichtzeichen und elektrische Signale – noch eine Reihe anderer Fakten eine Rolle.

Mit den schon bei den Römern üblichen Rauch- und Feuerzeichen konnte pro Minute etwa 1 Zeichen übertragen werden. Chappes Zeigertelegraf (1793) brachte es auf 3 bis 5 Worte/min. Der erste elektrische Telegraf der Professoren Gauss und Weber (1833) gestattete lediglich 1 Wort/min, aber er hatte den Vorteil praktisch unbegrenzter Reichweite. Steinheil verbesserte die Leistung auf 6 Worte/min (1834). Dann brachte der Morsetelegraf (1844) mit 133 und der Hughesche Schnelltelegraf (1855) mit rund 400 Worten/min entscheidende Verbesserungen zustande. Eine Telegrafenleitung kostete aber viel Geld. Trotz gesteigerter Informationsmenge, die dank der neuen Mittel über eine Leitung befördert werden konnte, war aber die Ausnützung der Telegrafenleitungen schlecht, denn zwischen den einzelnen Signalen und Depeschen gab es immer noch grosse Lücken, in denen die Leitung «ungenützt» war.

Das brachte den 1845 in Magneux (Mame) geborenen Baudot auf die Idee, die Leitung mehrfach auszunützen, indem mehrere Stationen an die gleiche Leitung angeschlossen und verschiedene Depeschen verschachtelt über diese geschickt werden. Dank einer genauen Synchronisierung gelang es, die verschiedenen Depeschen an den Empfangsorten wieder getrennt aufzufangen.

Baudot war 1869 bei der französischen Telegrafenverwaltung eingetreten, und schon im gleichen Jahr überraschte er diese mit der Patentanmeldung für einen «Typendrucker mit Verteiler». Fünf Jahre später wurde dieser Apparat zum Verkehr zugelassen, und am 12. November 1877 fanden auf der Strecke Paris–Bordeaux erfolgreiche Versuche statt. Anfänglich arbeiteten die Baudot-Apparate mit Zweifachausnützung, später gelangen ihm Vielfachschaltungen (bis 4). Die Einrichtungen wurden an der Weltausstellung von 1878 und an der berühmten Elektrizitätsausstellung von 1881, beide in Paris, gezeigt.

Baudot schuf auch das sog. 5er-System, bei dem er statt mit 40 mit nur 5 Tasten auskam. Dieses System wird heute noch gebraucht. Baudots Erfindung hat nicht nur in Frankreich, sondern weltweit Anwendung gefunden für stark belegte Leitungen. Auch in der Schweiz war es von 1896 bis 1944 im Gebrauch, wurde dann aber durch modernere Systeme abgelöst.

Am 28. März 1903 starb Baudot in Sceaux. Sein Andenken lebt auch weiter in der international festgelegten Einheit für die Informationsgeschwindigkeit: 1 Baud = 1 bit/s.

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