(1845–1913)
Der Name Aron ist bei vielen Jüngern in Vergessenheit geraten, obwohl eine seiner Erfindungen auch heute noch Tag für Tag angewandt wird: die 2-Wattmeter-Methode.
Hermann Aron wurde am 1. Oktober 1845 in Kempen als Sohn eines Kaufmannes geboren. Nach den Studien der Naturwissenschaften in Berlin und Heidelberg – Physik hörte er bei Kirchhoff – wurde er Assistent an der Gewerbeakademie Berlin, der Vorläuferin der Technischen Hochschule Berlin. 1873 promovierte er an der Universität Berlin und wurde dann Physiklehrer an der Berliner Vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule. Drei Jahre danach habilitierte er sich als Privatdozent an der Universität Berlin, wo er über Physik und Chemie las. 1879 gehörte er zu den Gründern des deutschen Elektrotechnischen Vereins, dem er von 1882 bis 1884 als Schriftführer diente. 1880 wurde er Professor, und dann folgen in verhältnismässig kurzen Intervallen seine Erfindungen.
Aron hatte erkannt, dass es unbedingt notwendig ist, elektrische Energie zu messen. Für Gleichstrom besass man den von Edison erfundenen Elektrolytzähler, der aber in der Handhabung mühsam war und hinsichtlich Genauigkeit nicht alle Ansprüche befriedigte. Um 1884 kam er auf die Idee, das Pendel einer Uhr durch den Strom beeinflussen zu lassen, und das Mass der Voreilung dieser Uhr gegenüber einer unbeeinflussten der Berechnung des Energieverbrauches zugrunde zu legen. So entstand der Aron'sche Pendelzähler. Da zu jener Zeit Dynamos noch nicht wohlfeil erhältlich waren, bereitete die Eichung erhebliche Schwierigkeiten, musste doch der Strom mit Bunsenelementen erzeugt werden. Pendelzähler erlangten in der Folge zwar einige Bedeutung, doch schuf er später einen Gleichstrom-Motorzähler.
Als Wechselstrom und Drehstrom aufkamen, beschäftigte sich Aron mit Zählern nach dem Ferraris-Prinzip. Ohne Drehstrom zur Verfügung zu haben, stellte er die Formel für die Berechnung der Drehstromleistung auf und erkannte, dass es möglich ist, die Leistung mit nur 2 Wattmetern zu messen. Die heute weltweit angewandte 2-Wattmeter-Methode wurde seinerzeit unter der Bezeichnung Aron-Schaltung bekannt. Am 26. November 1891 erhielt er ein Patent für diese Schaltung, deren Richtigkeit er erst etwa ein Jahr später bei der Kraftübertragungsanlage von Lauffen am Neckar nach Heilbronn experimentell beweisen konnte.
Zur Auswertung seiner verschiedenen Patente gründete Aron eine Zählerfabrik, die Aron-Werke Elektr. Ges., in der er auch elektrische Uhren, isolierte Drähte sowie Gasmesser und Gasautomaten herstellte. Auch als Industrieller war er erfolgreich. Er starb am 29. August 1913 in Bad Homburg.