(1866–1948)
Karl Emil Dick wurde am 28. Juli 1866 in Bern als Sohn eines Schlossers geboren. In der Telegrafenwerkstätte von G. Hasler absolvierte er eine Mechanikerlehre, wo er neben Telegrafen- und Telefonapparaten auch andere Anwendungen der Elektrizität kennenlernte. Seine Wanderjahre brachten ihn in Kontakt mit Thury in Genf und mit Fischer-Hinnen bei der MFO; später traf man ihn auf Montage in Russland. 1895/96 war er an der technischen Hochschule zu Karlsruhe als Hospitant bei Professor Arnold eingeschrieben, um seine Kenntnisse in der Elektrotechnik zu ergänzen. Von Karlsruhe führte ihn der Weg in eine Akkumulatorenlabrik nach Baden bei Wien, wo man sich stark für die elektrische Zugsbeleuchtung interessierte und ihn mit diesen Aufgaben betraute. Noch im gleichen Jahr erlangte er Patente in Österreich, England und in der Schweiz für ein Zugsbeleuchtungssystem, bei dem jeder Wagen mit einer Batterie versehen, im Gepäckswagen überdies ein von der Achse angetriebener Dynamo installiert war, der über durch den ganzen Zug laufende Leitungen die Batterien auflud.
1901 trat Dick zu den Österreichischen Siemens-Schuckert-Werken in Wien über, wo er weiterhin an maschinen- und apparatetechnischen Entwicklungen für die Zugsbeleuchtung arbeitete. Sie galten aber alle der sich überall durchsetzenden Einzelwagenbeleuchtung.
Nach dem Ersten Weltkrieg wandte sich Emil Dick der Auto- und Flugzeugbeleuchtung zu. 1921 verliess er Wien, um einem Ruf Dr. E. L. Bitterlis nach Genf zu folgen, wo er noch einige Zeit für die Société pour l'Eclairage des Vehicules sur Rail wirkte. Am 5. März 1948 schloss sich sein Lebenskreis im Lindenhofspital zu Bern. Der damalige SEV ernannte Karl Emil Dick 1946 zu seinem Ehrenmitglied.