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Max Déri




(1854–1938)

Der am 27. Oktober 1854 geborene Max (Karl) Déri studierte an der Technischen Hochschule in Wien, die er als Wasserbauingenieur verliess. Er interessierte sich aber für Elektrotechnik und kam als 23-Jähriger zu Ganz & Co. in Budapest. Neben ihm wirkten O. T. Bláthy und Karl Zipernowsky. Dieses Trio arbeitete ausserordentlich gut zusammen; viele ihrer Entwicklungen stellen Gemeinschaftswerke dar.

Es war die Zeit, da man vorwiegend Gleichstrom verwendete, aber auch erkannt hatte, dass dem Gleichstrom engere Grenzen gesetzt sind. Aber ob man für Gleichstrom oder Wechselstrom eintrat, schien beinahe Glaubenssache zu sein. An der Turiner Ausstellung von 1884 hatte der Franzose Gaulard seine «Générateurs secondaires» gezeigt. Mit den in Serie geschalteten Transformatoren konnte erstmals eine elektrische Kraftübertragung mit Wechselstrom über eine grössere Distanz verwirklicht werden.

Déris grosser Verdienst bestand im Gedanken eines Hochspannungsnetzes mit annähernd gleicher und konstanter Spannung an allen Punkten der Spannungswandlung durch parallel geschaltete Transformatoren. Déri gab den sog. «Induktionsvorrichtungen», die übrigens erstmals einen geschlossenen, magnetischen Kreis aufwiesen, auch den heute noch gebräuchlichen Namen «Transformatoren». Zusammen mit seinen erwähnten Kollegen, von denen Bláthy den Transformator noch wesentlich verbesserte, setzte sich Déri energisch und zielbewusst für die neue Lösung ein. Erste Anlagen entstanden 1886 in Luzern (Thorenberg) und Rom.

Um die gleiche Zeit entwickelte er zusammen mit Zipernowsky den selbsterregenden Synchronmotor, etwas später (1888) den Einankerumformer. Seine eigene Leistung war schliesslich der Einphasen-Wechselstrom-Repulsionsmotor mit verdrehbaren Bürsten, der unter dem Namen Déri-Motor bekannt wurde und eine Zeit lang im Bahnbetrieb eine grosse Rolle zu spielen versprach.

Déris Verdienste um die Elektrotechnik wurden gebührend gewürdigt. Er erhielt auch den Ehrendoktor der technischen Wissenschaften.

Später verliess Déri das Ganz'sche Unternehmen, um Direktor der Internationalen Elektrizitätsgesellschaft in Wien zu werden. Hochbetagt starb er am 3. März 1938 in Meran.

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