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Abbé Claude Chappe




(1763–1805)

Das Bedürfnis, Nachrichten über grosse Entfernungen möglichst rasch zu übertragen, hat Fürsten und namentlich auch Heerführer von altersher zu immer neuen Lösungen angespornt. Schon Theseus, König von Athen, soll um 450 v. Chr. sich dafür weisser und schwarzer Tücher bedient haben, und zu Agamemnons Zeiten kamen Feuersignale zur Anwendung. Diese Arten der Signalübertragung erhielten sich bis in die Römerzeit, wo auf den Hochwachten auch mit schwarzem und weissem Rauch operiert wurde.

Claude Chappe gehörte weder zu den Fürsten noch zu den Heerführern, aber er war ein wacher Geist. Ein Onkel, Abbé Jean Chappe d'Anterroche, war Physiker und begeisterte Claude Chappe, der ebenfalls Abbé wurde, für physikalische Probleme. Um mit seinen Freunden auf Distanz verkehren zu können, ersann er, wohl angeregt durch viele ältere Veröffentlichungen Robert Hocks, 1792 einen optischen Telegrafen, bei dem jede «Idee» (jeder Begriff) durch ein, selten durch zwei Signale übertragen werden konnte. Bei einem am 12. April 1793 auf eine Entfernung von 70 km durchgeführten Versuch gelang es Chappe, mit seinem Flügeltelegrafen in 11 Minuten 39 Worte zu übertragen. Verwendet wurden bewegliche Arme, deren Stellung und Kombination die Begriffe versinnbildlichen, Er erhielt darauf vom Staat den Auftrag, drei Telegrafenverbindungen aufzubauen.

Die erste kam 1794 zwischen Paris und Lille zustande. Die 270 km lange Strecke war durch 22 Stationen unterteilt. Das erste Telegramm meldete die Rückeroberung der Condé von den Österreichern, was natürlich die Bedeutung des Telegrafen in ein sehr günstiges Licht rückte. Die Nationalversammlung ernannte ihn in Anerkennung seiner Leistung zum Telegrafen-Ingenieur. Die Linie Paris–Lille wurde später bis Dünkirchen und Brüssel verlängert.

Chappe, im Jahre 1763 in Brûlon (Departement Sarthe) geboren, hatte aber viele Neider, die ihm seine Erfindung streitig machten. Chappe war dieser Enttäuschung nicht gewachsen, verfiel in Melancholie und setzte seinem Leben schliesslich ein Ende, indem er sich am 23. Januar 1805 in einen Brunnen stürzte.

1893 wurde ihm zu Ehren in Paris eine Statue aufgestellt. Obwohl er nicht zu den Elektrikern, dafür aber zu den «Telegraphen»-Pionieren gehört, sei seiner gedacht.

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