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Edouard Branly




(1844–1940)

Das erste drahtlose Telegramm, das Marconi im Jahre 1899 über den Kanal ausstrahlte, enthielt die Wendung «... ce beau résultat étant dû en partie aux remarquables travaux de M. Branly ...». Daraus ist ersichtlich, welche hohe Wertschätzung Branly seinerzeit genoss. Seither sind seine Verdienste etwas in Vergessenheit geraten, weil sie durch die stürmische Entwicklung auf dem Hochfrequenzgebiet längst überholt sind. Viele Elektrotechniker kennen nicht einmal seinen Namen.

Edouard Branly, der am 23. Oktober 1844 in Amiens geborene französische Physiker, starb im hohen Alter von 96 Jahren in Paris. An der Ecole normale supérieure legte er 1868 das Schlussexamen als Physiker ab und wurde nach dem Krieg von 1870/71 für kurze Zeit Professor am Lyceum in Bourges. Seine erste Doktorarbeit über «Untersuchungen der elektrostatischen Phänomene in Elementen mit offenem und geschlossenem Stromkreis» reichte er der Faculté des Sciences ein. Nachher wirkte er am Institut catholique de Paris als Physikprofessor, wandte sich darauf der Medizin zu und erwarb 1882 seinen zweiten Doktorhut. Schon drei Jahre später kehrte er wieder zur Physik zurück. Seine Arbeiten betrafen unter anderem die Elektrizitätsverluste geladener Körper, elektrische Leitfähigkeit der Körper und fotoelektrische Ströme. Bei seinen Versuchen verwendete er meist Elektrisiermaschinen sowie Funkeninduktoren als Stromquellen und Leidnerflaschen zur Speicherung der Energie.

Am 24. November 1890 beobachtete nun Branly zufällig, dass bei jedem Funken an der Maschine ein in einem 20 m davon entfernten Raum aufgestelltes Galvanometer einen Ausschlag zeigte. Diese Erscheinung wurde durch Veränderungen der Leitfähigkeit von in einem Glasröhrchen eingeschlossenen Metallspänen bewirkt. Branly gab dieser Anordnung den Namen «Kohärer» und hatte damit das erste brauchbare Empfangsgerät für drahtlose Telegrafie geschaffen. Kurz darauf, nämlich am 12. Januar 1891, beschrieb er die Funktion von Metallstäben als Sende- und Empfangsantennen. Diese Entdeckungen trugen ihm Ehrungen der Académie des Sciences und 1921 den Nobelpreis ein.

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