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Johannes II. und Jakob II. Bernoulli




 

Vor rund 220 Jahren sind diese beiden zur grossen Mathematikerfamilie gehörenden Männer verstorben. Zwar zählt man sie nicht zu den Berühmtesten, aber es ist doch recht interessant, die beiden Lebensläufe kurz zu verfolgen.

Von den Söhnen des berühmten Mathematikers Johannes I Bernoulli wurden drei, Niklaus II (1695–1726), Daniel (l700–1782) und Johannes II (1710–1790), wiederum Mathematiker.

Johannes II. erhielt schon als 11-Jähriger Zutritt zur Universität. Zusammen mit Leonhard Euler erwarb er 1724 die Magisterwürde, studierte dann Jurisprudenz und promovierte, erst 19-jährig, im Jahre 1729. Mehrmals bewarb er sich vergeblich um eine Professur, sodass er dann, unter Anleitung seines Vaters, sich für das Mathematikstudium entschloss.

1733 reiste er zu seinem in Petersburg tätigen Bruder Daniel und kehrte mit ihm zusammen über Groningen, der früheren Wirkungsstätte ihres Vaters, nach Basel zurück. Eine andere Reise führte ihn 1739 zum französischen Physiker Maupertuis nach Paris, mit dem ihn eine bereits 1729 begründete Freundschaft verband.

Mit Arbeiten über die Fortpflanzung des Lichtes, über Schiffsanker, Schiffswinden und, zusammen mit seinem Bruder Daniel, über die Natur der Magnete errang Johannes II von 1736 bis 1746 viermal Preise der Académie des Sciences in Paris. Aber das Glück war ihm trotzdem nicht hold. Mehrmals enschied das Los gegen ihn, und er bekam die ihm zusagende Mathematikprofessur doch nicht. Lange Jahre musste er sich mit einer Professur über die Beredsamkeit zufrieden geben. Das war für den körperlich eher schwächlichen und schüchternen Mann, dem es oft an Zuversicht mangelte, recht hart.

Der 1744 mit der Tochter Susanne des Physik- und Medizinprofessors König geschlossenen Ehe entsprossen 5 Söhne, von denen Johannes III (1744–1807) und Jakob II (1759–1789) wieder Mathematiker wurden.

Von Johannes II ist ausser seinen Preisschriften nichts mehr im Druck erschienen. Er stand aber, wie das zu seiner Zeit üblich war, mit vielen Gelehrten in eifrigem Briefwechsel, so u. a. mit Johannes Gessner, Joh. Georg Sulzer, Maupertuis. Grosse Freude bereitete ihm sein früherer Schüler, Prof. J. A. Socin, der mit Benjamin Franklin, damals Vertreter der amerikanischen Kolonien in London, in Verbindung stand und so in der Lage war, interessante elektrische Versuche vorzuzeigen.

Jakob II (1759–1789), der jüngste Sohn von Johannes II, wandte sich wie dieser ebenfalls zuerst dem Rechtsstudium zu, das er 1778 abschloss. Auch er wurde von seinem Vater in die Mathematik eingeführt und bewährte sich darin sehr.

Die Hoffnung, die Nachfolge seines Onkels Daniel antreten zu können, erfüllte sich nicht, da auch diese Wahl nicht zu seinen Gunsten ausfiel. Wenig später erhielt er dann die Professur für Mathematik an der Petersburger Akademie, wo er öfters Beweise seiner wissenschaftlichen Tüchtigkeit ablegte.

Jakob II Bernoulli hatte sich gerade mit einer Enkelin Leonhard Eulers vermählt, als dieser vielversprechende Ast im Stammbaum der Bernoullis jäh abbrach. Beim Baden in der Newa ertrank Jakob II Bernoulli am 15. August 1789.

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