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Ernst Abbe




(1840–1905)

Der am 23. Januar 1840 geborene Ernst Abbe verstarb am 14. Januar 1905. Er war gleich bedeutend als Wissenschaftler und Erfinder optischer Geräte wie als Unternehmer und Sozial- politiker. Seine besondere Bedeutung liegt darin, dass er durch seine langjährige Partnerschaft mit Carl Zeiss zum Wegbereiter der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Technik auf dem Gebiet der Optik wurde und durch seine Arbeit der Zeiss’schen Werkstätte und damit auch der deutschen optischen Industrie seit den 1870er-Jahren einen lang andauernden, entscheidenden technischen Vorsprung gesichert hat. Aufgrund der Forschungen Abbes, seiner physikalischen Entdeckungen und einer konsequent entwickelten neuen Fertigungstechnik konnten Mikroskope besonderer Qualität und Leistung entwickelt werden, ohne die z. B. die in jener Zeit einsetzende Erforschung der Mikroorganismen nicht denkbar gewesen wäre.

Auf den von Abbe geschaffenen Grundlagen wurde seit jener Zeit eine grosse Zahl feinmechanisch-optischer Hochleistungsgeräte entwickelt, die auf vielen Gebieten der Naturwissenschaft und der Medizin ebenso wie in der Geodäsie und in der Fotogrammetrie wichtige Helfer zum technischen Fortschritt und zur kulturellen Fortentwicklung des Menschen geworden sind.

Ebenso bedeutend wie als Physiker war Abbe als Sozialpolitiker. Er schuf mit der Carl-Zeiss-Stiftung im Jahre 1889 nicht nur eine neue Form der industriellen Arbeitsorganisation, sondern zugleich eine rechtliche Sicherstellung der arbeitenden und der pensionierten Geschäftsangehörigen und die Grundlage für ein harmonisches Zusammenarbeiten aller Betriebsangehörigen. Dies war in der Zeit des Klassenkampfes eine wahrhaft revolutionäre Tat. Viele seiner Grundsätze sind Bestandteil der staatlichen Sozialgesetze geworden. Nach dem Willen Abbes sollten aus den erzielten Gewinnen auch wissenschaftliche, soziale und gemeinnützige Aufgaben gefördert sowie naturwissenschaftliche und mathematische Studien in Forschung und Lehre ausgebaut und verstärkt werden.

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